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Vom Titel ist keine Rede mehr

  • Spielbericht

Im letzten Heimspiel des Jahres haben die EPG Baskets Koblenz bereits ihre vierte Saisonniederlage in der Basketball-Regionalliga kassiert. Die Rhein-Mosel-Städter unterlagen nach schwacher Leistung den Saarlouis Sunkings mit 68:71 (40:41). Unter Coach Christos Dictapanidis war es die erste Niederlage nach zuvor vier Erfolgen.
Am Ende war der Frust bei den Akteuren und beim Publikum groß. Ein Spiel vor Hinrundenende in der Regionalliga Südwest sind die Titelhoffnungen der Baskets eigentlich nur noch theoretischer Natur, auch wenn Kapitän Zeljko Novak versichert: „Wir glauben auch nach dieser Niederlage weiter daran. Momentan sieht es nicht gut aus, aber es kann viel passieren in so einer Rückrunde. Wir dürfen uns einfach nicht aufgeben und müssen jede Woche so angehen, als wäre es ein Endspiel. Heute haben wir den Gegner durch Nachlässigkeiten ins Spiel gebracht. Das darf uns einfach nicht passieren.“
Die Gäste aus dem Saarland reisten mit einem kleinem Kader von acht Akteuren an, die Baskets waren klar favorisiert. Schon da sieht Dictapanidis den ersten Fehler: „Wir haben vor dem Spiel schon geglaubt, dass wir das Spiel gewonnen hätten, und dann noch einmal nach unserem guten Lauf im dritten Viertel. Aber ein Spiel ist nicht gewonnen, bevor nicht die Schlusssirene ertönt. Es ist wirklich sehr ärgerlich.“
Die Hausherren beorderten Kevin Jefferson in die Startformation mit der Aufgabe, die Kreise von Saarlouis-Topscorer Ricky Easterling einzuschränken. Dies gelang zunächst auch, aber dafür trat Nebenmann Filip Kamenov hervor. Der Bulgare erzielte zwölf der ersten 16 Gästepunkte und traf vier seiner fünf Dreierversuche.
Der offensive Spielbeginn der Gastgeber war schleppend. Edin Alispahic, der die ersten elf Punkte der Baskets markierte, war es zu verdanken, dass der Rückstand nach 2:10-Start in Grenzen gehalten wurde. Bis Viertelende war Koblenz beim 21:25 langsam auf Betriebstemperatur. Das zweite Viertel begann erneut mit einem Lauf der Gäste, die sich sofort auf 33:21 absetzten. Wieder brauchte es ein paar Minuten, ehe die Baskets zu ihrem Spiel fanden und dann auch langsam verkürzten. Die Saarländer nahmen aber noch eine knappe 41:40-Führung mit in die Pause.
Die ersten beiden Körbe nach dem Seitenwechsel gingen wieder an die Gäste, Mitte des dritten Viertels brach dann aber die beste Phase der Hausherren an. Von 46:49 stellten die Baskets bis Viertelende auf 62:53. Den Gästen, die nur sehr wenig Entlastung und keine Punkte von der Bank bekamen, schien die Luft auszugehen. Zusätzlich wurde der stark aufspielende Nicholas Burgard durch sein viertel Foul gehemmt.
Zu Beginn jedes Viertels punkteten aber die Gäste besser, so auch im Schlussabschnitt. Jetzt war es Easterling, der sein Team im Spiel hielt. Bei den Baskets ging offensiv plötzlich überhaupt nichts mehr. Nach dem starken dritten Viertel, dass Koblenz mit 22:12 gewann, erzielte die Baskets in den letzten zehn Minuten nur noch sechs Punkte. Die Führung schmolz, die Siegchance aber blieb.
Vier Minuten vor dem Ende stand es noch 66:62 aus Sicht der Gastgeber. Kamenov erzielte dann seinen fünften Dreier, und im Anschluss blockte Nii Narku Bergmann den Koblenzer Henning Schaake beim Wurfversuch und verwandelte anschließend den Korbleger nach schnellem Gegenangriff zum 67:66. Nach je einem Korb hatten die Baskets beim 68:69 Ballbesitz und noch 17 Sekunden. Jefferson leistete sich im unstrukturierten Angriff einen Schrittfehler – und die Uhr bleib bei zehn Sekunden Restspielzeit stehen. Die Baskets stoppten anschließen die Uhr durch Foul an Kamenov, der aber nervenstark beide Freiwürfe versenkte. Bei dann noch acht Sekunden kam es noch zu einem Wurfversuch aus der Distanz durch Jefferson, der den Ball aber auf den Ring setzte.
Bei Gästetrainer Dominic Dörr war die Freude groß: „Die Mannschaft hat eine Riesenmoral gezeigt und toll verteidigt. Wir haben uns diesen Sieg verdient. Der gute Start in die Partie hat natürlich enorm geholfen und wir haben uns auch nach dem schwächeren dritten Viertel nicht beirren lassen. Heute Morgen haben wir uns noch große Sorgen gemacht, mussten einen Spieler reaktivieren, einen aus der Uni holen. Da konnte ich mir einen Sieg hier wirklich nicht vorstellen.“ Derweil haderte der Koblenzer Sportdirektor Thomas Klein: „Wir haben den Gegner aufgebaut durch zu schwache Verteidigungsleistung in den entscheidenden Phasen, dazu die offenen Würfe nicht getroffen. Saarlouis hat es clever gemacht. Über die Meisterschaft brauchen wir nicht mehr reden.“
Koblenz: Jefferson, Sherrill (5), Sutalo (20), Jurkovic (5), Haufs (5), Schaake, Fölbach, Trtic (2), Novak (5), Alispahic (24), Thompson (2).

Quelle: Spielbericht aus der heutigen Ausgabe der Rhein-Zeitung

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