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Trainerwechsel bringt die Baskets nicht ins Stolpern

  • Spielbericht
Der ungefährdete 70:52 (37:26)-Heimsieg der EPG Baskets Koblenz über die Fraport Skyliners Juniors aus Frankfurt rückte am Freitagabend in den Hintergrund. Nur 70 Minuten vor dem Spiel der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd hatten die Rhein-Mosel-Städter in einer Pressemitteilung die sehr überraschende Trennung von Trainer Mario Dugandzic verkündet. „Unterschiedliche Auffassung über die langfristige Ausrichtung“, heißt es in der Erklärung, auf die beide Seiten nicht näher eingehen wollen.
Zu diesem Zeitpunkt schlenderten bereits die ersten Zuschauer durch die Oberwerther CGM Arena, und die Nachricht verbreitete sich schnell und war im Vorfeld natürlich das Gesprächsthema. Ein Blick auf das Parkett beim Aufwärmen verriet den Zuschauern auch sofort, wie es weitergeht. Dugandzics Assistenten Gerad Gomila und Tobias Hosper leiteten das Geschehen. Das Duo war vielen Tribünengästen bereits bekannt. Denn schon in der Vorwoche, beim Heimsieg gegen Ulm, vertrat das Duo den da erkrankten Dugandzic, der in den Tagen vor dem Frankfurt-Spiel dann zunächst wiedergenesen ins Training zurückkehrte und die Mannschaft vorbereitete.
Zur Trennung selbst kam es dann erst vor der Partie. „Natürlich lag dann der Fokus vor dem Spiel nicht auf Basketball. Nachdem diese Entscheidung getroffen wurde, war meine Aufgabe aber, die Mannschaft bestmöglich vorzubereiten. Und das habe ich mit Tobias versucht“, erklärte Gomila, der als neuer Hauptverantwortlicher an der Seitenlinie fungiert. Der Verein und Gomila haben sich darauf geeinigt, bis zum Saisonende zusammenzuarbeiten. Gomila wird die Koblenzer also in die Play-off-Runde führen, und gab am Freitag bereits sein erfolgreiches Debüt als Cheftrainer.
Dominique Johnson erzielte die ersten Zähler. Die Frankfurter punkteten zunächst aus der Distanz, zweimal durch Calvin Schaum. „Es war einfach sehr eng zu Beginn. Die Mannschaft war aber hoch konzentriert und hat sich ganz gut auf die wechselnde Verteidigung des Gegners eingestellt“, freute sich Gomila. Die Baskets brachten eine knappe Führung durch das erste Viertel und bauten diese im zweiten Spielabschnitt leicht aus. Ein Korbleger von Marvin Heckel hievte den Vorsprung beim 33:22 (17.) erstmals in den zweistelligen Bereich. Beim 37:26 wurden anschließend die Seiten gewechselt.
Das dritte Viertel legte dann zunächst erneut Koblenzer Probleme im Offensivbereich offen. Frankfurt agierte mit einer Zonenverteidigung, die Baskets fanden einige Minuten keine Antwort. Die schwache Wurfquote aus der Distanz war in den Vorwochen bereits häufiger Kritikpunkt. Über sieben Minuten war Center Moses Pölking mit zwei Aktionen unter dem Korb der Einzige, der für Punkte sorgte. Frankfurt aber kam nur bedingt näher, denn die Verteidigung der Koblenzer agierte auf einem starken Niveau. Drei Minuten vor Viertelende, beim 41:33, brach der Bann und die Hausherren zogen an. Johnson traf zuerst aus der Distanz, Indrek Sunelik legte 40 Sekunden später einen weiteren Dreier nach und Niclas Sperber ließ einen weiteren Treffer aus der Distanz folgen. Im Schlussviertel hatten die Baskets das Spiel dann komplett im Griff und gerieten nicht wieder in Bedrängnis. „Das war vielleicht sogar unser bestes Verteidigungsspiel. Mit der Zone des Gegners haben wir uns dann im Spielverlauf arrangiert, und als die Würfe fielen, ging es schnell in die richtige Richtung. Ich bin sehr zufrieden“, sagte Thomas Klein, Vorstand Sport und Marketing der Baskets. Gomila lobte das Team ebenfalls: „Wir haben professionell reagiert. Nun müssen wir uns auf die kommenden Wochen vorbereiten, haben glücklicherweise erst ein spielfreies Wochenende.“
 
Koblenz: Womala (3), Phillips (8), Saffer (5), Mayer (1), Mampuya (2), Johnson (9), Butler (14), Sperber (7), Phatty, Pölking (6), Sunelik (3), Heckel (12).
 
Knöchelverletzung beendet Gerard Gomilas Profilaufbahn
Der 26 Jahre alte Gerard Gomila, der gebürtig aus Barcelona kommt, erlernte das Basketballspielen beim renommierten spanischen Club Joventut Badalona. Dem Nachwuchsteam der Katalanen entwachsen zog es den Flügelspieler 2015 nach Deutschland. Gomila startete die Profikarriere bei Zweitligist Gotha in Thüringen und wechselte innerhalb der Liga 2017 zum 1. FC Baunach. Unter Mario Dugandzic als Trainer zog sich Gomila dort eine schwerwiegende Knöchelverletzung zu, die ihn in der Folge an einer weiteren Profilaufbahn hinderte. Gomila ging zurück zu seinem Heimatverein, wo der ehemalige U 20-Nationalspieler seine Trainerlaufbahn im Jugendbereich startete. Im Sommer vergangen Jahres holte Dugandzic Gomila dann ins Trainerteam zu Koblenz. Nun beerbt Gomila seinem ehemaligen Coach und Vorgesetzten Dugandzic – Gomila und die Koblenzer Baskets einigten sich zunächst auf eine Zusammenarbeit bis zum Saisonende.
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 28.02.2022