Die EPG Baskets Koblenz haben sich mit einer Niederlage aus der Hauptrunde der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd verabschiedet. Die Rhein-Mosel-Städter unterlagen vor rund 300 Zuschauern den Baskets Speyer mit 65:71 (29:31). Die Domstädter brachen damit den Koblenzer Heimnimbus und brachten den Gastgebern die erste Niederlage in der CGM Arena bei.
An der Ausgangssituation für die in zwei Wochen beginnende Play-off-Runde um den Aufstieg in die Pro A ändert der Ausgang dieser Partie zumindest auf dem Papier nichts. Koblenz bleibt Tabellenzweiter und trifft zunächst auf den Tabellensiebten der Nordstaffel, der aufgrund ausstehender Nachholpartien erst am kommenden Wochenende feststehen wird. Für Speyer herrscht bereits mehr Klarheit. Die Domstädter beenden die Hauptrunde auf dem fünften Platz und treffen nun auf den SC Rist Wedel, der im Norden bereits als Viertplatzierter sicher ist.
Mbassa-Plan bringt große Probleme
Auch wenn die Niederlage gegen Speyer für die Gastgeber tabellarisch bedeutungslos blieb, so hinterlässt diese doch deutliche Spuren. „Das reicht einfach nicht“, erkannte der Koblenzer Trainer Gerard Gomila. „Unsere Offensive ist nicht da, wo sie sein sollte. Das ist bittere Realität. Wir müssen schleunigst daran arbeiten, bessere Lösungen zu finden“, sagte der Deutsch-Spanier.
Die Domstädter hatten sich einen klar erkennbaren Plan zurechtgelegt, der komplett aufging und die Koblenzer Schwächen offenlegte. Von Beginn an ließ Gästecoach Carl Mbassa, dem nur acht Akteure zur Verfügung standen, eine Zonenverteidigung spielen. „Wir haben darin die beste Möglichkeit gesehen, Koblenz vor Probleme zu stellen.“ Die Zonenverteidigung lässt den gegnerischen Distanzschützen mehr Raum, doch wenn diese ihre Würfe nicht unterbringen, müssen andere Wege zum Korberfolg gefunden werden. Das gelang den Koblenzern viel zu selten. Zudem war die Defensive zu Spielbeginn noch nicht auf der Höhe. Die schnellen Guards der Gäste, Kelvin Omojola und DJ Woodmore, zeigten viel Spielfreude, leiteten umsichtig und trafen zusätzlich sicher. Mit 25:19 ging das erste Viertel an Speyer.
Im zweiten Spielabschnitt besserte sich das Koblenzer Spiel deutlich. Nur zwei Feldkörbe und zwei Freiwürfe zu insgesamt sechs Punkten wurden den Gästen noch gestattet. Das Problem lag nun allein in der Offensive, denn mit nur zehn eigenen Zählern gelang der Führungswechsel vor der Halbzeit nicht. Das änderte sich mit dem ersten Wurf nach dem Seitenwechsel. Dominique Johnson traf per Dreier zum 32:31 und nährte die Hoffnung auf den Umschwung. Speyer blieb in dem ausgeglichenen Viertel dran – und beim 51:49 für Koblenz ging es in den Schlussabschnitt.
Dort wurde es in der Schlussphase richtig spannend. Der Ex-Koblenzer Woodmore war es, der den entscheidenden Lauf per Dreier einleitete. Beim 57:57 (35.) traf Woodmore, Speyer schaffte einen 7:0-Lauf, während die Koblenzer an ihren Distanzwürfen verzweifelten. Zwar verkürzten die Hausherren noch einmal, aber Woodmore zeigte von der Freiwurflinie keine Nerven. Im gesamten Spiel fanden nur sieben von 34 Koblenzer Wurfversuchen aus der Distanz ihr Ziel.
Die Würfe sind „unsere Baustelle“
„Es ist offensichtlich, dass dies unsere Baustelle ist. Die Gründe sind sicher vielschichtig. Eigentlich sind wir in der Lage, offensiv besser zu spielen. Wir müssen einfach flexibler sein, mehr den Weg zum Korb suchen, auch mal abgezockter sein und Fouls ziehen. In den Play-offs wird die Intensität noch höher sein, da darf man sich eine solche Partie nicht leisten, sonst ist es schnell vorbei“, erklärte Baskets-Akteur Dominique Johnson.
In Blickrichtung der Play-offs ist dem Trainer der Gegner derzeit herzlich egal: „Mein Fokus gilt allein meinem Team. Wir haben viel Arbeit vor uns. Wir wollen weiter Meister zu werden, an den Ambitionen wird sich nichts ändern. Grundsätzlich ist die Qualität vorhanden, wir müssen es im Spiel aber besser umsetzen“, sagte Gomila, während sein Speyerer Kollege Mbassa zufriedener war: „Wir haben die richtigen Mittel gewählt und hatten die etwas bessere Einstellung. Jetzt schauen wir mal, was in den Play-offs geht.“ Zumindest ein Wiedersehen der Rheinland-Pfalz-Rivalen wird es dort sobald nicht geben. Eine Wiederholung dieser Partie wäre erst in einem Finale möglich.
 
Koblenz: Womala, Philips (14), Saffer (1), Mayer (4), Mampuya, Johnson (9), Sperber (9), Butler (10), Phatty, Pölking (4), Sunelik (7), Heckel (7).