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Negativserie macht Baskets ratlos

  • Spielbericht
Die Niederlagenserie der EPG Baskets Koblenz in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd setzt sich fort. Im Heimspiel gegen die Dresden Titans, nun neuer Tabellenführer, unterlag die Mannschaft von Trainer Danny Rodriguez knapp mit 64:69 (31:28). Schon am heutigen Samstagabend (19.30 Uhr) sind die Baskets wieder auf der Koblenzer Karthause gefordert, wenn man den direkten Konkurrenten aus Hanau empfängt.
Am Ende schwang am späten Donnerstagabend nach der fünften Niederlage in Folge wieder etwas Ratlosigkeit mit. Vom Spielverlauf ähnelte die Nachholpartie gegen die Sachsen denen der Vorwochen. Die Koblenzer begannen gut, verschafften sich eine Führung, der Gegner wurde mit zunehmendem Spielverlauf stärker und hatte in der entscheidenden Phase schließlich die besseren Lösungen parat. „Dresden hat es im dritten und vierten Viertel besser verstanden, sich gute Würfe zu erarbeiten. Bei uns hat die Konzentration nachgelassen, das darf nicht passieren. Und dazu haben die Gäste auch einfach mehr Intensität von der Bank gezeigt, das war ein riesiger Unterschied“, befand Sportdirektor Thomas Klein.
Trainer Rodriguez pflichtete dem Koblenzer Sportdirektor bei: „Die Fehler häuften sich im zweiten Durchgang. Hier ein Ballverlust, da eine Unaufmerksamkeit. Dazu ein paar Abstimmungsfehler. Wir müssen schnell wieder zu einem konstanteren Spiel finden.“
Die Koblenzer hatten sich viel vorgenommen im Spiel gegen die Titans. Rodriguez beorderte die Neuzugänge Philipp Lieser und Bill Borekambi in die Startformation, defensiv setzten die Baskets konsequent auf eine 2:3-Zone, sehr zur Überraschung des Gegners. „Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Wir haben etwas gebraucht, um uns darauf einzustellen“, gestand Gästecoach Fabian Strauß.
In der hektischen Frühphase ging sein Team zwar schnell mit 8:2 in Führung, doch nach einer Auszeit von Rodriguez stand die Abwehrzone der Koblenzer, und Dresden arbeitete sich daran ab. Lieser musste nach zwei frühen Fouls wieder auf die Bank, Lucas Mayer brachte aber Schwung und den schnellen Ausgleich. Daryl Woodmore besorgte anschließend die Baskets-Führung und zwang die Gäste so zu ihrer ersten Auszeit.
Die Dresdner fanden aber auch danach noch nicht die offensive Antwort auf die Zonenverteidigung. Über eine Phase von knapp elf Minuten erzielte Dresden nur fünf Zähler. Nach fünf Minuten im zweiten Viertel führten die Hausherren mit 25:16, zwei Minuten vor der Halbzeit war es beim 31:21 kurzzeitig sogar zweistellig. Doch die Baskets verbauten sich die gute Ausgangsposition und kassierten bis zur Pause einen 0:7-Lauf, der Dresden wieder in Schlagdistanz brachte – mit dem 31:28 für Koblenz ging es in die Pause.
Woodmore eröffnete den zweiten Durchgang mit einem erfolgreichen Dreier, den die Gäste abermals mit einem 7:0-Lauf konterten, der den Koblenzer Vorsprung zunichtemachte. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der beim 43:43 durch eine achtminütige Unterbrechung aufgrund von Problemen am Kampfgericht eingebremst wurde.
Nach Wiederaufnahme der Partie zeigte sich Dresden abgeklärt und verstand es in der Folge besser, Center Aaron Kayser unter dem Korb in Szene zu setzen. Mit einer knappen 52:51-Gästeführung ging es in den Schlussabschnitt, den der Koblenzer Kapitän Edin Alispahic mit einem Dreier eröffnete. Nach mehrwöchiger Verletzungspause bot Alispahic auf Koblenzer Seite eine starke Partie.
Dresden hatte nun in Sebastian Heck seinen auffälligsten Akteur. Nach fünf Fahrkarten im Spielverlauf verwandelte Heck cool zwei Distanzwürfe hintereinander zum 62:57 für die Gäste. Heck im Anschluss dazu: „Wir sind als Mannschaft ruhig geblieben. Man spürt einfach zu jederzeit das Vertrauen der Mannschaftskollegen, auch wenn es mal nicht gut läuft. Das macht uns stark.“
Koblenz schaffte nach einem Dreier durch Lieser und Freiwürfen den Ausgleich zum 62:62, aber Dresden bot nun die reifere Vorstellung und verteidigte geschickt. In den vier Schlussminuten gelang den Koblenzern nur ein weiterer Korb durch Borekambi – zu oft agierte Koblenz zu hastig und unüberlegt.
„Sicherlich hat am Ende auch das eingespieltere Team gewonnen“, erklärte Dresdens Coach Strauß. Baskets-Kapitän Alispahic war natürlich enttäuscht: „Es war schwer, in den vergangenen Wochen nur zuschauen zu können. Ich hoffe, jetzt dem Team aus der Krise helfen zu können. Natürlich hätten wir schon dieses Spiel gerne gewonnen, die Chancen waren da, aber müssen besser zusammenspielen und die Fehlerquote senken.“
Dafür bleibt wenig Zeit, denn schon heute sind die White Wings Hanau zu Gast. Sportdirektor Klein stellt die Bedeutung dieser Partie heraus: „Hanau ist für mich das Team der Stunde in der Pro B mit fünf Siegen in Folge, nachdem man einen schweren Saisonstart hatte, inklusive einer Quarantänezeit. In diesem Spiel geht es auch darum, den sechsten Platz zu sichern, der im Hinblick auf die Play-offs ganz wichtig ist. Wir brauchen jetzt einen Sieg.“
Ihren letzten Erfolg errangen die Koblenzer ausgerechnet im Hinspiel in Hanau, das erst Mitte Dezember stattfand. Beim 89:82-Auswärtssieg avancierte Calvin Oldham zum Koblenzer Topscorer mit 19 Zählern. Im Heimspiel muss Oldham wegen seiner Verletzung aber wohl ein weiteres Mal zuschauen müssen. „Der Schlüssel liegt darin, dass wir unser Tempo von der Defensive auch in die Offensive übertragen. Gegen Dresden war die Verteidigungsleistung zufriedenstellend. Wir benötigen offensiv aber mehr Rhythmus. Ein Sieg wäre nun wirklich enorm wichtig, vor allem für die Psyche, vielleicht gar nicht so sehr hinsichtlich der Platzierung“, sagt Rodriguez.
 
Koblenz: Jean-Louis (12), Woodmore (12), Mayer (6), Schaake, Westerhaus, Butler (5), Alispahic (8), Lübken, Wellian, Borekambi (11), Lieser (10).
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 06.02.2021