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Koblenzer vermeiden weiteren Rückschlag

  • Spielbericht

Jäger statt Gejagter, Verfolgerrolle statt Tabellenspitze: Wer es mit den EPG Baskets Koblenz hält, dürfte sich in diesen Tagen verwundert die Augen reiben. Der Meisterschaftsfavorit hinkt in der Basketball-Regionalliga Südwest den eigenen Ansprüchen hinterher – und steht damit bereits früh in der Saison mit dem Rücken zur Wand. Droht den Baskets am Ende gar wieder ein verpasster Aufstieg?
Thomas Klein schiebt solche Gedankengänge schnell beiseite. „Die Saison ist noch sehr lang“, betont der Sportdirektor der ambitionierten Baskets und warnt davor, in Aktionismus zu verfallen: „Wir müssen Ruhe bewahren, auch wenn das nicht einfach ist, da wir einen hohen Anspruch an uns selbst haben. Man darf den Bogen jetzt aber auch nicht überspannen, nur weil wir zwei Spiele verloren haben.“ Gleichwohl: Wegreden lässt sich der mäßige Saisonstart der Koblenzer auch nicht. Zwei Niederlagen aus den ersten fünf Spielen – so schlecht waren die Baskets zuletzt 2016/17 in eine Saison gestartet. Zum Vergleich: In der kompletten Vorsaison kassierten die Koblenzer lediglich zwei Niederlagen.
Angesichts dessen dürfte das jüngste 82:64 (47:32) gegen den Aufsteiger BBU Ulm Balsam auf die zuletzt geschundene Baskets-Seele gewesen sein. Trainer Josip Bosnjak atmete jedenfalls nach dem ungefährdeten Heimsieg erleichtert auf: „Ich muss mein Team beglückwünschen. Ulm war unser bislang stärkster Heimspielgegner in dieser Saison. Die Jungs haben eine Reaktion gezeigt und die schwierige Aufgabe gut gelöst.“
Zwar ließen die Baskets in den Anfangsminuten noch zu viele freie Würfe von außen zu, da aber Top-Scorer Milan Trtic sofort auf Betriebstemperatur war (17 seiner 24 Punkte erzielte er im ersten Viertel), lief die Partie schnell in die gewünschte Richtung. „Wir waren fokussiert und haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert gegen einen starken Gegner“, urteilte Point Guard Steffen Haufs, der von einer „schwierigen Woche“ sprach: „Alle waren ein bisschen mies drauf, die Stimmung war angespannt.“ Headcoach Bosnjak war deshalb zuvorderst als Psychologe gefordert. „Wir haben viel geredet und dabei auch die positiven Dinge angesprochen“, verriet der Trainer der Baskets. „Es bringt jetzt nichts, auf die Spieler draufzuhauen. Wir müssen nach vorne blicken und weiter hart arbeiten.“
Gegen den Liganeuling aus Ulm, der in der Sporthalle auf der Karthause mit gleich sechs Spielern aus seiner ProB-Mannschaft auflief, taten die Baskets genau das. Über 27:19, 47:32 und 65:49 konnten die Koblenzer ihre Führung von Viertel zu Viertel immer weiter ausbauen. Zu kippen drohte die Partie zu keinem Zeitpunkt, selbst nicht, als Ulm zu Beginn des letzten Spielabschnitts kurzzeitig auf elf Punkte herankam (54:65, 31.).
„Gerade in der ersten Hälfte waren wir sehr konzentriert, ball- und treffsicher. Es war in der Summe ein sehr gutes Spiel von uns, Josip hat die Mannschaft sehr gut eingestellt“, stärkte Klein hinterher den Rücken von Bosnjak, der in der Woche zuvor nach der Niederlage im Spitzenspiel bei den Arvato College Wizards nicht frei von Kritik war.
Eben jene Niederlage beim Tabellenführer will Sportdirektor Klein nicht überbewerten. „In Karlsruhe kann man verlieren. Wir haben dort kein schlechtes Spiel abgeliefert, am Ende haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben“, sagt Klein, den die überraschende Pleite vom dritten Spieltag in Fellbach weitaus mehr ärgert: „Diese Niederlage hatten wir so sicherlich nicht eingeplant“, erklärt der Sportdirektor, der sich trotz allem weiterhin selbstbewusst gibt: „Wir müssen jetzt konzentriert bleiben. Wir haben die Klasse und Stärke. Ich gehe nicht davon aus, dass Karlsruhe an der Spitze durchmarschieren wird.“
Koblenz: Alispahic (16), Haufs (6), Jefferson (2), Jurkovic (5), Mahfouz (3), Novak (8), Sherrill (5), Sutalo (10), Thompson (3), Trtic (24).

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