Aus und vorbei: Die EPG Baskets Koblenz wurden unsanft aus ihren Träumen vom Durchmarsch in die 2. Basketball-Bundesliga ProA geholt. Die Rhein-Mosel-Städter kehrten mit hängenden Köpfen und einer 69:82 (32:40)-Niederlage gegen halb vier Uhr in der Nacht zum Sonntag aus Schleswig-Holstein zurück. Den Itzehoe Eagles war in der eigenen Lehmwohldhalle nicht beizukommen. Für die Koblenzer ist damit die Premierensaison in der ProB beendet, Itzehoe rückt in die zweite Gruppenphase der Play-offs vor.
„Es war schon eine sehr frustrierende Rückfahrt. Wir haben eine große Chance ausgelassen. Die Niederlage war insgesamt aber verdient“, haderte Baskets-Coach Danny Rodriguez, der mit ansehen musste, wie seine Mannschaft schon früh ins Hintertreffen geriet. „Unerklärlicherweise waren wir zu Beginn irgendwie nervös und hatten kein Selbstvertrauen in den Aktionen.“
So dauerte es fast sechs Minuten, bis die Baskets durch Chaed Wellian zum ersten Korb aus dem Spiel heraus kamen. Da führten die Gastgeber bereits mit 14:4. Brian Butler und Daryl Woodmore hatten die ersten Koblenzer Punkte von der Freiwurflinie erzielt. Dabei ergaben sich aber durchaus gute Gelegenheiten. Itzehoe verstand es zwar, die Kreise von Topscorer Butler in der Zone geschickt einzuengen. Dieser aber behielt die Übersicht und passte immer wieder raus an die Dreierlinie. Dort fand sich vornehmlich Aufbauspieler Anthony Canty, der zunächst gar kein Händchen aus der Distanz bewies und seine ersten achten Wurfversuche nicht im Korb unterbringen konnte.
Aber auch die Nebenmänner machten es kaum besser. In der ersten Halbzeit trafen nur Woodmore und Philipp Lieser jeweils einmal aus der Distanz – bei 16 Wurfversuchen. „Auch im Nachgang war es aber richtig, diese Würfe zu nehmen, denn fast alle waren durchaus frei. Irgendwie muss man auch das annehmen, was einem der Gegner gibt. Man muss diese Würfe dann halt treffen. Wären drei, vier erfolgreiche Würfe mehr dabei gewesen, wäre es ganz sicher sehr spannend geworden“, erzählte Rodriguez. Die gab es allerdings nicht. Und so lief Koblenz von Spielbeginn an einem Rückstand hinterher. Das erste Viertel ging mit 23:13 an die Hausherren. Im zweiten Spielabschnitt lief es aus Koblenzer Sicht etwas besser, der Rückstand aber pendelte sich konstant bei maximal zehn Punkten ein.
Ganz ähnlich setzte sich der Spielverlauf auch nach dem Seitenwechsel fort. Die Koblenzer machten wenig Fehler, leisteten sich insgesamt nur acht Ballverluste, aber im Abschluss haperte es. Ganz anders dagegen Itzehoe, das sich auf zwei Akteure verlassen konnte: Flügelspieler Marko Boksic überragte mit 25 Zählern und acht Rebounds. Der Kroate traf mit vier seiner acht Drei-Punkte-Würfe. Und auch US-Amerikaner Chris Hooper war mit 22 Punkten und acht Rebounds stets präsent.
Zum Ende des dritten Viertels lagen die Baskets mit 50:62 zurück. Im Schlussviertel hoffte man auf Koblenzer Seite dann auf die Initialzündung, und ausgerechnet Canty schien diese auslösen zu können. Nach acht Sekunden eröffnete der Ex-Bundesligaprofi mit seinem ersten erfolgreichen Dreier. Zwei weitere sollten folgen, und immer wieder lebte die Hoffnung auf einen Lauf kurz auf. Genauso oft aber reagierten die Norddeutschen eiskalt und punkteten ihrerseits unaufgeregt und zuverlässig. Letztlich waren es am Ende nie weniger als sieben Punkte Differenz seit dem anfänglichen Rückstand, es ergab sich keine wirkliche Siegchance für die Baskets.
„Man muss der Realität ins Auge schauen. Wir haben es zu Beginn des Jahres verpasst, uns eine bessere Ausgangsposition für die Play-offs zu verschaffen. Hier sind wir jetzt mit Gießen und Itzehoe auf sehr starke Mannschaften getroffen, die in den entscheidenden Phasen besser waren. Jetzt sind alle natürlich enttäuscht. Trotzdem wollen wir in den nächsten Tagen gemeinsam noch einmal alles Revue passieren lassen, bevor es dann in die basketballfreie Zeit gehen wird. Wir müssen nach vorn schauen“, fasste Rodriguez zusammen.
 
Koblenz: Jean-Louis, Oldham (6), Woodmore (11), Mayer, Schaake, Butler (18), Alispahic, Wellian (5), Thompson, Borekambi, Canty (17), Lieser (12).