Es war kein glanzvoller Sieg, aber ein verdienter: Die EPG Baskets Koblenz haben auch ihr zweites Saisonspiel in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd für sich entschieden. Gegen den FC Bayern München II setzten sich die Hausherren in der Sporthalle auf der Karthause mit 70:59 (39:26) durch.
Eine gewisse Nervosität war den Baskets in den Anfangsminuten anzumerken. Schon nach wenigen Augenblicken erlaubten sich Marvin Heckel und Dominique Johnson die ersten leichten Ballverluste. Unkonzentriertheiten wie diese zogen sich in der Folge durch das gesamte Koblenzer Spiel. Am Ende produzierten die Gastgeber gleich 20 Turnovers. „Das ist definitiv zu viel. Wir hatten heute sehr viele Fehler in unserem Spiel“, bemängelte Baskets-Trainer Mario Dugandzic.
Immerhin einer war sofort auf Betriebstemperatur. Toptalent Jamaal Phatty, trotz seiner erst 16 Jahre von Dugandzic in die Stammformation beordert, markierte die ersten sechs Punkte seiner Mannschaft. Nach weiteren Körben von Heckel, Johnson und Brian Butler war Bayern-Trainer Mihajlo Mitic gut beraten, beim Stand von 4:12 (6.) die erste Auszeit zu nehmen.
Der Flow der Baskets war damit fürs erste dahin. München pirschte sich heran und verkürzte zwischenzeitlich auf vier Punkte (10:14, 8.). Doch schon bald ergriffen die Koblenzer wieder die Initiative. Die Baskets suchten gegen die Mann-Mann-Verteidigung der Bayern geduldig nach Lösungen und führten nach dem ersten Spielabschnitt mit 21:13. Im zweiten Viertel kamen die Gastgeber kurzzeitig von ihrer Linie ab. Nach zunächst ausgeglichenen Anfangsminuten schmolz der Vorsprung auf 23:20 (13.). Als die Begegnung in dieser Phase für einen Moment zu kippen drohte, war es erneut der unbekümmert aufspielende Phatty, der die Partie mit erfolgreichen Blocks, klugen Assists und gewonnenen Rebounds an sich riss. Mit elf Punkten war der Jungspund letztlich zweitbester Werfer hinter Topscorer Butler (12).
Ein 10:2-Lauf ließ die Baskets gegen Ende des zweiten Viertels auf 33:22 davonziehen (18.), in die Halbzeit ging es dann sogar mit einem 39:26. Die Pausenführung hätte noch komfortabler sein können, wäre die Freiwurfquote der Gastgeber nicht so schwach gewesen. Nur 55 Prozent ihrer Freiwürfe (16 von 29) verwandelten die Koblenzer.
„Die vielen Fehlwürfe haben die Stimmung in der Halle ein bisschen gebremst“, meinte Dugandzic. Zu seiner Heimpremiere als Koblenzer Trainer waren nach einem Jahr erstmals wieder Zuschauer zugelassen. Die gut gefüllten Ränge waren für Aufbauspieler Lucas Mayer ein zusätzlicher Motivationsschub: „Wir haben ewig darauf gewartet, endlich wieder vor Zuschauern spielen zu können. Es hat einfach richtig gut getan. In der Halle war sofort eine ganz andere Energie“, berichtete der Spielmacher, der sich nach Spielschluss selbstkritisch zeigte: „Am Ende steht zwar der Sieg, aber mit der Leistung können wir nicht ganz zufrieden sein. Wir haben noch viele Baustellen, an denen wir arbeiten müssen.“
Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel zunehmend zerfahrener. In einem langatmigen dritten Viertel erreichten die Baskets früh die Foulgrenze. Echter Spielfluss kam dadurch kaum auf, immer wieder wurde das junge Farmteam der Bayern an die Freiwurflinie geschickt. „Das Spiel war in meinen Augen nicht schön anzuschauen“, gab Dugandzic ohne Umschweife zu.
Seine Mannschaft verwaltete den Vorsprung geschickt und siegte letztlich vor allem dank einer konstant guten Defensivleistung. Selbst im Schlussviertel, als der Vorsprung nach langer Zeit mal wieder auf einen einstelligen Wert fiel (55:46, 31.), wurde es nicht mehr richtig spannend. Denn kaum witterten die Bayern ein wenig Morgenluft, hatten die Koblenzer die passende Antwort parat, um den Abstand nicht zu gering werden zu lassen. Gästetrainer Mitic war hinterher trotz der zweiten Saisonniederlage nicht unzufrieden: „Die zweite Hälfte war besser von uns, wir haben eine Reaktion gezeigt und Charakter bewiesen. Leider sind wir schlecht ins Spiel gestartet. Wir befinden uns in einem Lernprozess und werden weiter an uns arbeiten.“
Bei den Baskets war die Siegesstimmung ob der vielen Turnovers und nicht genutzten Freiwürfe ein wenig getrübt. Zudem verletzte sich Indrek Sunelik kurz vor Schluss. Das Resümee von Dugandzic: „Es war kein einfaches Spiel. Wir sind glücklich, dass wir gewonnen haben. Der Sieg geht in Ordnung, auch wenn mir die Art und Weise nicht gefallen hat. Dennoch muss ich meinen Jungs ein Kompliment aussprechen. Sie haben alles gegeben und die Sache ordentlich gelöst.“
 
Koblenz: Phillips (9), Saffer, Mayer (7), Johnson (11), Butler (12), Sperber, Phatty (11), Marello, Pölking (7), Sunelik (4), Heckel (9).