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Koblenzer Aufholjagd wird nicht belohnt

  • Spielbericht
Im letzten Auswärtsspiel der regulären Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd haben die EPG Baskets Koblenz eine knappe Niederlage kassiert. Bei den Dresden Titans reichte eine Aufholjagd in der zweiten Spielhälfte am Ende nicht und die Mannschaft von Trainer Danny Rodriguez unterlag mit 79:81 (35:48). Durch den 16. Saisonsieg festigten die Sachsen die Tabellenspitze der Pro B-Südstaffel. Für Koblenz steht nun fest, dass man in der ersten Gruppenphase, der in drei Wochen beginnenden Endrunde um den Aufstieg in die Pro A, zwei Auswärtsspiele und ein Heimspiel haben wird. Ein Platz unter den ersten vier Teams ist nach der zehnten Saisonniederlage nicht mehr möglich.
Vielleicht lag es an der langen Anfahrt, dass die EPG Baskets in Dresden zunächst nicht in die Partie fanden. Nach bestandenem Corona-Schnelltest setzte sich der Baskets-Tross am Samstagmorgen um 9.30 Uhr in Bewegung und erreichte Dresden gegen 16 Uhr. Zwar erzielte US-Amerikaner DJ Woodmore für die Koblenzer die ersten drei Punkte der Partie, doch die Hausherren wirkten zunächst wacher. „Es fehlte zunächst klar an der richtigen Intensität und auch an der nötigen Abstimmung“, monierte Rodriguez.
Angeführt von Aufbauspieler Lennard Larysz, der mit 23 Punkten und acht Assists zum Matchwinner avancieren sollte, verschafften sich die Titans schnell eine kleine Führung. Auch eine frühe Verletzung von Distanzschütze Daniel Kirchner, der beim Reboundversuch umknickte, brachte die Gastgeber nicht aus dem Rhythmus. Verdientermaßen ging das erste Viertel mit 23:15 an die Sachsen.
Nach fünf Minuten im zweiten Spielabschnitt nahm Rodriguez beim 23:32 eine Auszeit und tat seinem Unmut kund. Der Koblenzer Trainer mahnte Körpersprache und Defensivverhalten seiner Mannen deutlich an. Noch tat sich aber zu wenig in den Koblenzer Reihen. In die Halbzeit ging Koblenz mit einem 35:48-Rückstand. Auch wenn Baskets-Akteur Bill Borekambi nach dem Seitenwechsel aufgrund von muskulären Problemen an der Hüfte nicht mehr eingesetzt werden konnte, besserte sich das Spiel der Baskets nun deutlich. Gerade die Intensität in der Verteidigung wurde gesteigert und Dresden im dritten Viertel nur 17 Punkte gewährt. Vor dem Schussviertel war der Koblenzer Rückstand beim 54:65 zwar immer noch zweistellig, aber die Baskets hatten sich noch lange nicht aufgegeben und machten dies deutlich. Vor allem der Ex-Dresdener Philipp Lieser drehte an alter Wirkungsstätte nun auf und war mit zwei Dreiern maßgeblich beteiligt, dass sich der Rückstand immer weiter reduzierte und schließlich in einer spannenden Schlussphase mündete. Vor allem waren es die Distanzwürfe, die Koblenz zurückbrachten. Nach Lieser brachte Chaed Wellian per Dreier knapp vier Minuten vor Ende Koblenz auf 70:73 heran.
Dresden wankte, blieb aber an der Freiwurflinie cool. Anthony Canty und erneut Wellian schafften es, durch erfolgreiche Distanzwürfe den Rückstand 36 Sekunden vor Ende auf einen Punkt (76:77) zu verkürzen. Im folgenden Angriff hatten die Gastgeber Glück, als Center Aaron Kayser einen Fehlwurf im zweiten Versuch aus kurzer Distanz eintippen konnte. Anschließend ergab sich keine Ausgleichschance mehr, denn Sebastian Heck traf für Dresden souverän von der Freiwurflinie. Ein krachender Dunking von Brian Butler kam mit der Schlusssirene zu spät.
„Gegen eine Spitzenmannschaft wie Dresden kann man sich keine schwächere Halbzeit leisten. Unsere Zonenverteidigung hat nicht funktioniert, wir haben zu spät die richtige Intensität gezeigt. Dennoch haben wir erkennen können, dass wir gegen den Tabellenführer durchaus auf Augenhöhe sind. Wir machen Fortschritte, brauchen aber auch noch die nächsten die drei Wochen, um eine bessere Abstimmung zu finden“, erklärte Rodriguez.
 
Koblenz: Jean-Louis, Oldham (6), Woodmore (5), Mayer (7), Schaake, Butler (17), Lübken, Wellian (8), Thompson (5), Borekambi (4), Lieser (17), Canty (10).
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 08.03.2021