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Koblenz verliert – Karlsruhe ist Meister

  • Spielbericht

 

Tübingen spielt in der zweiten Hälfte groß auf und setzt sich 87:84 nach Verlängerung durch
Koblenz. In der Basketball-Regionalliga Südwest ist fünf Spieltage vor Saisonende die Titelentscheidung gefallen. Die EPG Baskets Koblenz mussten im Heimspiel gegen den SV 03 Tigers Tübingen in einer unterhaltsamen Partie nach Verlängerung eine knappe 84:87 (75:75; 45:29)-Niederlage hinnehmen. Dadurch sind die Arvato College Wizards aus Karlsruhe nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen. Die Rhein-Mosel-Städter können kommende Woche beim TV Langen dennoch den zweiten Platz sicherstellen.
Die Partie auf der Koblenzer Karthause bot alles, was das Basketball-Herz begehrt, für die Heimanhänger nur nicht mit dem gewünschten Ausgang. Tübingen verdiente sich den Erfolg nach einer fulminanten Aufholjagd und beispiellosem Kampfgeist. Die Koblenzer hatten deutliche Größenvorteile, das zeigte sich bereits in der ersten Angriffssequenz, als sich KJ Sherrill einen seiner sieben Offensivrebounds griff.
Im späteren Spielverlauf machten die Baskets daraus zu wenig, zum einen, weil Tübingen aufopferungsvoll verteidigte, zum anderen, da die Koblenzer Center früh in Foulprobleme gerieten. „Wir konnten unsere Center nicht so einsetzen, wie wir wollten. Das war der Hauptgrund für die Niederlage“, analysierte der Koblenzer Trainer Christos Dictapanidis. Hinzu kam auch noch, dass sich Yassin Mahfouz bereits nach sieben Minuten am Sprunggelenk verletzte und in der Folge nicht mehr eingesetzt werden konnte.
Und doch waren die Hausherren zunächst spielbestimmend, die Gäste haderten mit schwacher Wurfausbeute. Mit 22:14 ging das erste Viertel an die Baskets, im zweiten Spielabschnitt wurde der Vorsprung bis zum Seitenwechsel auf 45:29 ausgebaut. „Ich habe in der Kabine versucht, der Mannschaft zu verdeutlichen, dass unsere Chancen kommen. Das Engagement war da, nur die Würfe fielen nicht. Wir mussten einfach weiter so intensiv verteidigen“, erklärte Gästecoach Manuel Pasios.
Und seine Mannschaft bestätigte den Eindruck. Tübingen steigerte die Wurfquote und arbeitete sich langsam aber stetig wieder heran. Bezeichnend für den tollen Kampfgeist der Gäste waren die Schlusssekunden des dritten Viertels. Bei noch fünf Sekunden Spielzeit hatten die Baskets Einwurf unter dem Korb der Gäste. Der Ball ging in die Ecke zu Evangelos Bempis, der einen Dreier aus der Ecke verwandelte. Statt zu hadern, folgte blitzschnell der Einwurf, der zu Aksels Skaistlauks kam. Aus der eigenen Hälfte traf der Tübinger spektakulär. Spätestens jetzt war klar, dass die Gäste trotz noch neun Punkten Rückstand vor dem Schlussviertel längst nicht geschlagen waren.
Zu Beginn des Schlussviertels legte Skaistlauks zwei Dreier nach, und nach einem 9:0-Lauf glichen die Gäste beim 66:66 die Partie erstmals wieder aus. Die Schlussphase war nun an Spannung kaum zu überbieten. Nemanja Nadjfeji übernahm bei den Gästen die Verantwortung und brachte sein Team in Führung. Routinier Edin Alispahic antwortete aufseiten der Gastgeber und erzielte in der Schlussminute vier Zähler in Folge, die zumindest die Verlängerung sicherstellten.
Da spielten die jungen Tübinger unbeeindruckt weiter mit dem Schwung des vierten Viertels. Jeder Ballbesitz war umkämpft, die Gäste hatten aber einfach das Momentum auf ihrer Seite und zeigten sich zudem nervenstark von der Freiwurflinie. 18 Sekunden vor dem Ende hatten die Baskets beim 84:85 Ballbesitz. In zwei Wurfversuchen schafften es die Koblenzer nicht, den Ball im Korb unterzubringen. Auf der Gegenseite traf Tübingen nach taktischem Foul zwei Freiwürfe, ein letzter Verzweiflungsdreier fand sein Ziel nicht, sodass die Gäste ausgelassen jubeln durften.
„Die Jungs haben sich diesen Sieg absolut verdient. Die Mannschaft hat in den letzten Wochen gezeigt, was in ihr steckt, die Atmosphäre bei uns stimmt einfach. Wir haben diesen Sieg vielleicht etwas mehr gewollt“, sagte Pasios. Wie sehr das Tübinger Team zusammenhält, zeigt auch, dass die Schwaben in Koblenz übernachteten und dann gemeinsam nach Weiterstadt fuhren, wo fünf Spieler des Regionalligateams in der NBBL zum Einsatz kamen.
Derweil haderte Dictapanidis: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht die gleiche Energie auf das Feld gebracht. Aber wir hatten auch schlicht nicht die Optionen, die wir hätten haben müssen. Es kann einfach nicht sein, dass ein Spieler wie KJ Sherrill bei seiner Dominanz unter dem Korb nur einen Freiwurf zugesprochen bekommt. Trotzdem Kompliment an den Gegner. Wir werden jetzt die Planungen für die nächste Saison intensivieren.“
Koblenz: Sherrill (8), Sutalo (15), Schaake (4), Westerhaus (2), Bempis (17), Novak (9), Alispahic (10), Thompson (14), Mahfouz (5).

Quelle: Rhein-Zeitung vom 02.03.2020

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