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Koblenz feiert Auftakt nach Maß

  • Spielbericht
Einen Auftakt nach Maß haben die EPG Baskets Koblenz bei ihrem Saisonstart in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd erlebt: Der Aufsteiger vom Deutschen Eck setzte sich auf der Koblenzer Karthause vor 250 Zuschauern gegen den hoch gehandelten BBC Coburg mit 101:85 (39:44) durch.
Einen besseren Auftakt in den Profi-Basketball hätten sich die Koblenzer kaum ausmalen können. Nach 40 intensiven Minuten stand ein letztlich deutlicher Erfolg, der aber hart erarbeitet werden musste. Der Koblenzer Trainer Danny Rodriguez beorderte vier Neuzugänge in die Stammformation. Neben Routinier Edin Alispahic feierten Marley Jean-Louis, Jacob Mampuya, DJ Woodmore und Brian Butler ihr Pflichtspieldebüt im grün-weißen Dress.
Die Gastgeber begannen gut, Butler markierte die ersten Koblenzer Bundesligapunkte, und schnell stand ein 6:0 auf der Anzeigetafel. Coburg brauchte ein wenig länger, um zu den ersten Punkten zu kommen. Nach knapp drei Minuten traf Mateo Seric für die Gäste aus Oberfranken. Der 21-Jährige, der bereits einiges an Erstligaerfahrung vorweisen kann, sollte zusammen mit Aufbauspieler Constantin Ebert zu den spielbestimmenden Figuren auf Gästeseite avancieren. Das Zusammenspiel der beiden stellte die Koblenzer Defensive im ersten Durchgang immer wieder vor Probleme.
Problematisch war auch die Foulbelastung bei Koblenz nach dem ersten Viertel. Mit Butler, Mampuya und Alispahic hatten drei Akteure aus der Startaufstellung nach den ersten zehn Minuten bereits zwei Fouls zu Buche stehen. Nachdem die Hausherren den ersten Spielabschnitt noch knapp mit 22:20 für sich entscheiden konnten, waren die Coburger im zweiten Viertel besser und erlaubten den Baskets lediglich 17 Zähler bis zur Halbzeit. „Die stockende Offensive unsererseits ist dann auch immer einhergehend mit Problemen in der Defensive. Das hat unser Spiel etwas verlangsamt. In der Phase war Marley Jean-Louis der Mann, der uns im Spiel gehalten hat“, erklärte Rodriguez.
Jean-Louis kam am Ende auf starke 24 Punkte und traf im zweiten Viertel schwierige Würfe aus der Distanz. Für den weiteren Spielverlauf wichtig sollte noch das dritte Foul von Seric kurz vor der Halbzeit werden, in die die Baskets mit einem Rückstand von fünf Zählern gingen.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Koblenzer den leicht besseren Start und hatten in Jean-Louis weiter einen souveränen Schützen. Zwei erneute Dreier brachten wieder den Ausgleich in der Partie beim 49:49. Im folgenden Angriff ereignete sich eine Schlüsselszene, als Seric das vierte Foul verhängt bekam. In 17 Minuten Einsatzzeit hatte Seric bis dahin bereits 19 Punkte gesammelt und musste nun erst einmal auf der Bank Platz nehmen. Für die Baskets war dies der Startschuss zu einem bemerkenswerten 14:0-Lauf, an dem der überragende US-Amerikaner DJ Woodmore den größten Anteil mit acht Zählern in Folge hatte.
Im dritten Viertel gelang den Baskets dann fast alles, und sie entschieden diesen Spielabschnitt deutlich mit 37:20 für sich. Woodmore übernahm dabei die Führungsrolle und lieferte letztlich bei starker Wurfquote 34 Punkte, 15 Rebounds, sieben Assists und drei Ballgewinne. Die Gastgeber gingen so mit einer 76:64-Führung in die letzten zehn Minuten.
Zwar konnten die Koblenzer den Schwung aus dem dritten Abschnitt nicht gänzlich ins Schlussviertel mitnehmen, aber die Baskets-Führung pendelte sich doch konstant bei etwa zehn Punkten ein. Auf Coburger Seite kam Seric zurück in die Partie, allerdings nur für etwa eine Minute, ehe das fünfte Foul folgte. Die endgültige Entscheidung ließ aber auf sich warten. Beim 92:85 zwei Minuten vor dem Ende war Coburg noch nicht abzuschreiben. Woodmore mit zwei Freiwürfen und ein Dunking von Butler sorgten dann aber für großen Jubel, der Sieg war den Koblenzern nun nicht mehr zu nehmen.
Coburg nahm zwar noch eine Auszeit 80 Sekunden vor dem Ende, aber mit dem Gefühl des sicheren Sieges sorgten die Baskets abschließend für Highlights. Ein weiterer Dunking von Butler und tolles Anspiel von CJ Oldham mit anschließendem Dunk von Jacob Mampuya rissen die Zuschauer von den Sitzen.
„Mit diesem Auftakt kann man nur sehr zufrieden sein. Wir haben nach der Halbzeit toll verteidigt und hatten in DJ den Mann des Spiels. Natürlich gibt es immer Verbesserungspotenzial, aber dafür, dass der Gegner eine sehr eingespielte Mannschaft ist und wir im Kern erst seit sieben Wochen zusammen sind, sah es schon sehr gut aus. Wir können im Defensivrebound besser werden und wollen schneller eine Antwort finden, wenn der Gegner uns wie heute im ersten Durchgang Probleme bereitet“, sagte Rodriguez.
 
Koblenz: Jean-Louis (24), Oldham (5), Woodmore (34), Mayer, Minguillon, Schaake, Westerhaus (3), Butler (16), Alispahic (4), Lübken, Thompson (2), Mampuya (15).
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 19.10.2020