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Katerstimmung bei den Baskets

  • Spielbericht

Koblenzer verlieren zu Hause gegen Crailsheim mit 77:84 – Stachel sitzt bei Trainer Christos Dictapanidis tief
Es sollte der achte Sieg in Folge werden, doch daraus wurde nichts: Die EPG Baskets Koblenz haben in der Basketball-Regionalliga Südwest eine überraschende Niederlage kassiert. Der Tabellenzweite verlor sein Heimspiel gegen die Hakro Merlins Crailsheim II mit 77:84 (41:47). Damit ist der Meisterschaftszug für die Koblenzer endgültig abgefahren.
Mal Pech, mal Konzentrationsschwächen, mal Unvermögen – bei den Baskets kam gegen Crailsheim so ziemlich alles zusammen. Über geplatzte Titelträume wollte da hinterher niemand philosophieren. Stattdessen wurde Trübsal geblasen in der Sporthalle auf der Karthause, wo sich nach Spielschluss Katerstimmung breitmachte. Der sichtlich enttäuschte Baskets-Trainer Christos Dictapanidis verspürte wenig Lust, das Spiel eingehend zu analysieren. „Wir haben nicht gut gespielt, Crailsheim war besser. So einfach ist das manchmal“, fasste er kurz und knapp, aber dennoch treffend zusammen.
So unerwartet die Niederlage auch kam – sie zeichnete sich bereits früh im Spiel ab. Denn die Baskets taten sich von Beginn an schwer und bekamen keinen Fuß in die Partie. Zwar markierte Marko Sutalo nach wenigen Sekunden die ersten Punkte der Begegnung, doch es sollte die einzige Führung der Koblenzer im gesamten Spielverlauf bleiben.
Wer nach dem ersten Viertel (21:23) auf Besserung gehofft hatte, wurde enttäuscht. Denn auch im zweiten Spielabschnitt blieben die Koblenzer unter ihren Möglichkeiten. Die aggressive Mann-Mann-Deckung der Gäste ließ die Baskets nicht zur Entfaltung kommen, sie bekamen weiterhin keinen Zugriff auf die Partie. Für den Crailsheimer Trainer Marko Stankovic war genau das der Schlüssel zum Erfolg: „Ich kann mein Team nur beglückwünschen, es war ein großartiger Sieg. Wir wussten, dass wir eine kleine Chance haben, wenn wir unser Leistungsvermögen abrufen. Ausschlaggebend war, dass wir die Schlüsselspieler der Baskets aus dem Spiel nehmen konnten.“
Etwa einen Edin Alispahic, der früh foulbelastet war und so am Ende nur auf fünf Punkte kam. Oder einen Evangelos Bembis, der zwar fünf Assists beisteuerte, aber eine Trefferquote von unter 20 Prozent hatte. Einzig Koblenz‘ Besten, Top-Scorer KJ Sherrill, konnten die Crailsheimer nicht bremsen. Doch auch seine 29 Punkte und 16 Rebounds halfen letztlich nichts.
Denn in den entscheidenden Situationen waren es die Gäste, die den größeren Willen an den Tag legten. Weiteres Plus der Crailsheimer: Ihre Treffsicherheit von außen. Sie versenkten insgesamt zehn Dreier – doppelt so viele wie die Koblenzer. Folglich ging auch das dritte Viertel an die Merlins, die ihre Führung vor dem Schlussabschnitt auf 67:52 ausbauen konnten.
Erst jetzt wachten die Baskets auf. Angeführt von Kapitän Zeljko Novak starteten die Hausherren eine Aufholjagd. Immer wieder wurde der treffsichere Sherrill am Brett gesucht. Binnen 90 Sekunden war der Rückstand auf 59:67 halbiert – und noch blieb den Baskets fast ein ganzes Viertel Zeit, um die Wende herbeizuführen. Novaks Dreier zum 64:69 (34.) läutete eine heiße Schlussphase ein.
Das Spiel kippte zunehmend und wurde urplötzlich wieder spannend. Zwei Minuten vor dem Ende verkürzte Sherrill von der Freiwurflinie auf 73:75, doch zu mehr reichte es nicht. Crailsheim wankte zwar bedenklich, brachte den Sieg aber letztlich doch sicher ins Ziel.
„Es reicht einfach nicht, nur die letzten zehn Minuten gut zu spielen. So kann man kein Spiel gewinnen. Wir müssen 40 Minuten fokussiert sein. Das waren wir heute nicht“, ärgerte sich Dictapanidis, während er gedankenverloren durch die Halle schritt. Der Stachel der Enttäuschung saß dabei so tief, dass er sich nach Spielschluss kurzerhand selbst als Schütze versuchte. Der Ball prallte vom Ring ab. Es passte ins Bild – Dictapanidis hatte sich wohl von der schlechten Leistung seiner Spieler anstecken lassen.
Koblenz: Alispahic (5), Bembis (5), Mahfouz (13), Novak (10), Schaake, Sherrill (29), Sutalo (11), Thompson (2), Westerhaus (2).

Quelle: Rhein-Zeitung vom 17.02.2020

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