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Entscheidungsspiel nach Niederlage in Iserlohn

  • Spielbericht
Die EPG Baskets Koblenz müssen im Play-off-Achtelfinale der 2. Basketball- Bundesliga Pro B in ein entscheidendes drittes Spiel gegen die Iserlohn Kangaroos. Nach dem überzeugenden Sieg in Koblenz im ersten Spiel erlebten die Baskets im Sauerland eine herbe Enttäuschung. Vor 1100 Zuschauern, darunter 70 mitgereiste Koblenzer Anhänger in der stimmungsvollen Iserlohner Matthias-Grothe-Halle, unterlag die Mannschaft von Trainer Gerard Gomila mit 61:73 (12:19; 12:17; 16:19; 21:18).
„Ich habe vor Spielbeginn versucht, auf die Mannschaft einzuwirken und ihr klarzumachen, was uns bevorsteht. Da waren eine tolle Kulisse und eine Mannschaft, die um jeden Preis gewinnen wollte. Wir haben aber zu Beginn einfach nicht die richtige Play-off-Mentalität und Intensität auf das Parkett bekommen“, haderte Gomila mit der Anfangsphase seiner Mannschaft.
Zwar erzielte Marvin Heckel, erneut bester Koblenzer, die ersten Punkte der Partie, doch den Ton gaben schnell die Gastgeber an. In den Punkten schlug sich dies nach sechs Minuten nieder, als Ruben Dahmen per Dreier auf 13:9 stellte, der starke Tidjan Keita anschließend per Korbleger auf 15:9 erhöhte und damit die erste Koblenzer Auszeit erwirkte. Doch diese verpuffte wirkungslos. Shembari Phillips leistete sich anschließend einen Ballverlust, einen von insgesamt elf der Baskets in der ersten Hälfte, und Iserlohn erhöhte auf 17:9.
Die Koblenzer taten sich offensiv unheimlich schwer, trafen auch mit ihren offenen Würfen nicht. Nur zwölf Zähler standen am Ende des ersten Viertels zu Buche, auch nur zwölf kamen im zweiten Spielabschnitt hinzu. „Viel zu wenig für eine Mannschaft, die die nächste Runde erreichen will“, stellte Thomas Klein fest, Sportvorstand der Baskets.
Die Gastgeber wurden, angefeuert vom eigenen Anhang, immer sicherer. Center Alexander Möller, im ersten Spiel noch eher unauffällig, war unter dem Korb kaum zu stoppen und besorgte bis zur Pause bereits 13 Punkte und sieben Rebounds. Beim 28:18 durch Möller (15.) war der Vorsprung erstmals im zweistelligen Bereich und blieb auch dort bis zum Kabinengang (36:24).
Auch nach der Pause blieben die Gastgeber am Drücker und legten sogar noch eine Schippe drauf. Zwei Dunkings durch Keita und anschließend Moritz Hübner zum 47:29 (25.) rissen das Publikum von den Sitzen. Koblenz taumelte und stellte um. Gomila orderte nun eine Zonenverteidigung an. „Wir wollten das Spiel verlangsamen und so selbst besser zu unserem Spiel finden. Das ist ganz gut gelungen“, erklärte der Deutsch-Spanier.
Die 18-Punkte-Rückstand wurden, angeführt von Heckel und Lucas Mayer, langsam abgetragen. Sodass es in der Halle noch einmal ruhiger wurde und der Koblenzer Anhang nun Morgenluft witterte. Dominique Johnson, der im ersten Viertel beim Rebound leicht umgeknickt und in der Folge angeschlagen war, brachte die Baskets vier Minuten vor Spielende per Dreier auf 55:60 heran. Iserlohns Trainer Dennis Shirvan nahm die Auszeit. Danach wurde es wild.
Die Gastgeber produzierten einen Ballverlust und gaben den Baskets die Möglichkeit, weiter zu verkürzen. Doch auch die Koblenzer leisteten sich ausgerechnet in dieser Phase einen Ballverlust. Wieder ging der Ball an Iserlohn, wieder folgte ein Ballverlust nach schlechtem Pass. Koblenz in Ballbesitz brachte es allerdings erneut fertig, den Ball zu verlieren.
Die Zeit verging, und mit noch zweieinhalb Minuten auf der Uhr traf Emil Loch für Iserlohn per Dreier – die Entscheidung. „Die Phase davor war ein wenig symptomatisch für unser Spiel“, ärgerte sich Klein. Mit nun acht Punkten Rückstand schickten die Baskets Iserlohn an die Freiwurflinie. Von dort zeigten die Gastgeber allerdings keinerlei Schwächen. „Die Leistung ist schon verwunderlich nach dem starken ersten Spiel. Am Gründonnerstag gilt es nun. Dieses Spiel ist für den Verein enorm wichtig und kann im Erfolgsfall der Schlüssel sein“, sagte Klein. Und Gomila erklärte: „Die Mannschaft kann es besser. Das weiß ich, das sehe ich in jedem Training. Am Donnerstag gibt es keine Ausreden mehr, keine zweite Chance. Wir müssen bereit sein, mental und physisch. Das war heute einfach nicht der Fall.“
Freuen durften sich am Samstagabend die Iserlohner Anhänger, und Trainer Shirvan sagte: „Natürlich bin ich nach dem Sieg erleichtert. Wir haben Koblenz bei 61 Punkten gehalten, waren immer da und bereit, alles zu investieren, um das Entscheidungsspiel zu erzwingen. Wir haben am Brett und generell um jeden Ball gekämpft. Ab Montag bereiten wir uns aufs dritte Spiel vor, gehen in die Detailarbeit und feilen an den Dingen, die wir uns im Verlauf der Serie bislang erarbeitet haben. Mit dem Ziel, am Donnerstagabend das Ticket fürs Viertelfinale zu lösen.“
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 11.04.2022