Koblenz/Erfurt. Nach dem Auftaktsieg in eigener Halle haben sich die EPG Baskets Koblenz in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd auch erstmals in der Fremde erfolgreich gezeigt. Die Mannschaft vom Deutschen Eck setzte sich bei den Basketball Löwen Erfurt mit 92:75 (40:33) durch.
Wie schon im ersten Spiel gegen den BBC Coburg war das dritte Viertel letztlich spielentscheidend. Genauer ein starker Lauf zum Viertelende hin und eine Umstellung in der Defensive. Nachdem die Koblenzer zur Halbzeit bereits mit 40:33 führten, kamen die Erfurter zu Beginn der zweiten Hälfte wieder heran und waren beim 49:51 (24.) in Schlagdistanz. Baskets- Coach Danny Rodriguez wechselte dann von einer Mann- zu einer Zonenverteidigung.
Ein richtiger Schachzug, wie sich schnell herauskristallisierte. Angeführt von Brian Butler schafften die Koblenzer innerhalb der folgenden sechs Minuten einen 19:4- Lauf. Butler steuerte hier allein zehn Zähler bei und kam am Ende auf 23 Zähler, wie auch Jacob Mampuya. Mampuya hatte zu Spielbeginn Pech bei zwei schnellen Foulpfiffen gegen ihn, war aber in der zweiten Halbzeit kaum zu stoppen. Fünf seiner zehn Wurfversuche verwandelte Mampuya aus dem Drei-Punkte-Bereich. Neben dem Duo hatte auch Aufbauspieler Zaire Thompson entscheidenden Anteil und organisierte die Offensive exzellent.
Beim 72:53 vor dem Schlussviertel war die Partie quasi entschieden. Erfurt wurde kein zweites Comeback gestattet. In der ersten Hälfte war die Defensive der Schwachpunkt der Baskets gewesen. Erfurt traf gut aus der Distanz und ließ sich nicht abschütteln. Die Offensive der Baskets lieferte schon da. Auch Marley Jean-Louis trat erneut als Scorer hervor und kam auf 17 Zähler. „Dann ist es auswärts auch einfach oft eine mentale Sache. Gefühlt hat Erfurt jeden zweiten Ball bekommen, alle vakanten Bälle fielen in deren Hände, und so bekommt man als Heimmannschaft einen zweiten Lauf“, erklärt Rodriguez, der mit der Umstellung dann auch Glück hatte. „Eine Zonenverteidigung birgt natürlich auch immer Risiken und bietet dem Gegner Würfe. Erfurt hat danach aber nicht mehr so konstant getroffen“, sagte er. Das Offensivspiel der Baskets wirkte sehr sicher. Nur sieben Ballverluste im gesamten Spielverlauf verliehen der Koblenzer Offensive die nötige Sicherheit. Rodriguez: „Das, was wir offensiv gut gemacht haben, haben wir defensiv lange vermissen lassen. Daran müssen wir arbeiten. Mit zwei Siegen zum Start können wir aber natürlich sehr zufrieden sein.“ Lutz Klattenberg
Koblenz: Jean-Louis (17), Oldham (4), Woodmore (6), Schaake, Mayer, Westerhaus (3), Butler (23), Lübken, Fölbach, Alispahic (7), Thompson (9), Mampuya (23).
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 26.10.2020