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Baskets verpatzen den Start ins neue Jahr

  • Spielbericht
Einen bitteren Jahresauftakt haben die EPG Baskets Koblenz bei ihrem Gastspiel in Karlsruhe erlebt. Die Mannschaft von Trainer Danny Rodriguez unterlag den Arvato College Wizards nach schwacher zweiter Halbzeit mit 71:80 (42:37), verlor dabei zwei Leistungsträger durch Verletzungen und auch die alleinige Tabellenführung der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd.
Am Ende war die Enttäuschung groß, denn auch im neuen Jahr offenbarten sich alte Probleme. Nach gutem Spielstart stockte das Offensivspiel der Baskets zusehends und gipfelte in einem schwachen dritten Viertel, in dem letztlich lediglich ein Feldkorb der Koblenzer zu Buche stand. Dabei zeigte die Mannschaft vom Deutschen Eck zunächst, wie es auch laufen kann.
Die Anfangsphase gehörte alleine den Gästen. Unter dem Korb wurde Brian Butler wiederholt in Szene gesetzt und der Ausnahmeathlet punktete zuverlässig. Wurde es zu eng für Butler, wanderte der Ball nach außen, wo Chaed Wellian gegen seinen Ex-Verein besonders motiviert schien. Wellian erzielte all seine elf Zähler im ersten Viertel der Partie, darunter drei Drei-Punkte-Würfe nacheinander. Karlsruhe schien beeindruckt und nahm nach fünf Minuten beim 8:17 erst einmal eine Auszeit.
Doch auch danach setzten die Koblenzer ihr zielgerichtetes Spiel unbeirrt fort und führten so nach dem ersten Viertel mit 27:17. Der erste Rückschlag für die Baskets ereignete sich dabei aber nach knapp acht Minuten, als CJ Oldham aufgrund muskulärer Probleme vom Feld musste und im Spielverlauf auch nicht wieder eingreifen konnte. Kapitän Edin Alispahic fiel mit Knieproblemen ohnehin aus.
Im zweiten Spielabschnitt reduzierte sich dann etwas das hohe Anfangstempo, die Koblenzer aber behaupteten einen knappen Vorsprung gegen stärker werdende Gastgeber. Mit einer 42:37-Führung traten die Baskets den Kabinengang an. Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Karlsruher weiter und wurden von Minute zu Minute sicherer. Koblenz erlebte den nächsten Rückschlag, als Aufbauspieler DJ Woodmore in der 24. Spielminute beim Spielstand von 45:44 mit Gegenspieler Christoph Rupp zusammenstieß und mit einer Knöchelverletzung ausschied. Kurz zuvor hatte Woodmore per Korbleger getroffen, es sollte für längere Zeit der letzte Korberfolg der Koblenzer aus dem Spiel heraus bleiben. Karlsruhe ging im direkten Gegenzug durch einen erfolgreichen Dreier des starken US-Amerikaners Alexander Thompson (24 Punkte) erstmals seit der Frühphase wieder in Führung (47:45). Fortan lief bei den Baskets nichts mehr zusammen, die Ballverluste häuften sich, die Würfe fanden nicht ihr Ziel. Jacob Mampuya traf keinen seiner acht Wurfversuche aus der Distanz, Marley Jean-Louis lediglich einen von sechs Versuchen und den in der Schlusssekunde der Partie. Lediglich Punkte von der Freiwurflinie kamen in Viertel drei hinzu. Mit 19:8 entschied Karlsruhe das dritte Viertel deutlich für sich. Mit einer Sechspunkteführung gingen die Gastgeber in den Schlussabschnitt, in dem Lucas Mayer nach eineinhalb Minuten den Bann brach und per Korbleger traf, aber Karlsruhe blieb konstant.
Die Nordbadener zeigten sich offensiv variabel, hatten in Thompson, Rupp und Center Eyke Prahst Akteure, die durch Aufbauspieler Sean Flood gut in Szene gesetzt wurden. Koblenz war zwar in Reichweite, nach einem Dunk von Jacob Mampuya stand es 64:69 (36. Minute). Jedoch machten die Hausherren keine Fehler, denn Flood und Thompson per Dreier erhöhten auf 74:64 und ließen der Mannschaft von Danny Rodriguez keine Chance mehr. „Es ist frustrierend, nachdem wir so gut in die Partie gekommen sind. Wir hatten erneut Probleme, vom Flügel das Spiel zu kreieren. Nachdem uns mit Woodmore und Oldham zwei Spieler ausgefallen sind, die ein Spiel lenken können, verstärkte sich das Problem. Wir haben es nicht mehr geschafft, unsere Stärken auszuspielen, und der Gegner wurde immer selbstbewusster. Zu oft haben wir uns dann in undurchdachte Situationen verstrickt“, haderte Rodriguez. Er hofft, dass die Verletzungen nicht allzu schwerwiegend sind. „Bei CJ sieht es nach einer muskulären Geschichte aus, bei DJ ist hoffentlich der Knöchel nur überdehnt. Wir werden das Spiel eingehend analysieren und die Spieler werden behandelt. Dann hoffen wir, uns in der nächsten Woche rehabilitieren zu können.“
 
Baskets Koblenz: Butler (22), Wellian (11), DJ Woodmore (10), Jean- Louis (7), Thompson (7), Mampuya (6), Schaake (3), Westerhaus (3), Mayer (2), Fölbach, Lübken, CJ Oldham.
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 11.01.2021