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Baskets verpassen Sprung an die Tabellenspitze

  • Spielbericht
Es war alles angerichtet für die EPG Baskets Koblenz in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd: Die Mannschaft von Trainer Mario Dugandzic hatte ihr erstes Spiel des Wochenendes am Freitagabend gegen Wizards Karlsruhe souverän gewonnen und wollte am Sonntag die Tabellenspitze erobern. Doch die Koblenzer verloren bei den Dresden Titans mit 62:67 und bleiben auf dem zweiten Platz, mit nun vier Punkten Rückstand auf die Sachsen. Vier Spieltage vor Ende der Hauptrunde ist der erste Platz für die Rhein-Mosel-Städter damit in weite Ferne gerückt.
Dresden Titans - EPG Baskets Koblenz 67:62 (39:34)
„Wir haben es jetzt nicht mehr in der eigenen Hand. Das ist schade. Aber davon dürfen wir uns nicht unterkriegen lassen“, blickt Dugandzic nach der knappen Niederlage in Sachsen gleich voraus. Rückblickend auf das Topspiel bezogen, machte der Koblenzer Trainer nur Nuancen für die Niederlage aus: „Am Ende war es einfach auch etwas Kraft und Energie, die gefehlt haben. Fünf Punkte Differenz sind nur zwei Ballbesitze. Wir haben alles gegeben. Natürlich war der Start nicht ideal.“
Beide Teams wirkten zu Beginn vor der tollen Kulisse mit 1251 Zuschauern leicht nervös. Auf beiden Seiten erfolgten einige Ballverluste. Die Gastgeber waren es, die zuerst den offensiven Rhythmus fanden. Nach dem 8:8 (5.) erzielte der Dresdner Grant Teichmann zwei Dreier zu einem 11:0-Lauf, der die Koblenzer nachhaltig beschäftigen sollte. Denn diesem Rückstand liefen die Gäste nun erst einmal hinterher.
„Wir hatten das Spiel von Freitag in den Knochen. Dann kamen dieser Rückstand und einige Kleinigkeiten, die uns nicht so recht ins Spiel haben kommen lassen“, erklärte Dugandzic. Dresden ging mit einer 20:10-Führung aus dem ersten Viertel. Im zweiten Spielabschnitt erwachte der Koblenzer Kampfgeist. Dominique Johnson markierte zwei wichtige Dreier und reduzierte so den Rückstand in den einstelligen Bereich. Ganz in Schlagdistanz kam Koblenz vor der Halbzeitpause aber noch nicht. Die Sachsen nahmen eine 39:34-Führung mit in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern ein vollkommen offener Schlagabtausch, geprägt von harter Verteidigungsarbeit. Beide Mannschaften mussten sich jeden Punkt schwerlich erarbeiten. Der Druck des Topspiels war förmlich spürbar. Aber die Koblenzer schienen nun damit besser umgehen zu können. Johnson besorgte per Dreier mit dem letzten Wurf des Viertels die 50:49-Führung für die Baskets. Dresden kam lediglich auf zehn Zähler im dritten Viertel, und die Rhein-Mosel-Städter hatten das Momentum auf ihrer Seite.
Teichmann eröffnete das Schlussviertel mit einem erfolgreichen Distanzwurf. Marvin Heckel konterte für die Koblenzer mit einem Dreier. Die entscheidende Phase brach an – und für die Titans trat Arne Wendler hervor. Der Flügelspieler erzielte beim Stand von 53:52 für Koblenz sechs Zähler in Serie bei einem 9:0-Lauf zum 61:53 für Dresden. Die Baskets hatten Probleme, zu Punkten zu kommen und leisteten sich in dieser Phase schwerwiegende Ballverluste. Nach Freiwürfen von Shembari Philips verkürzten die Baskets noch einmal auf 57:61, aber Dresden reagierte nun cool. Center Georg Voigtmann traf von der Freiwurflinie.
Wendler punktete per spektakulärem Dunking. So wurden es vor der Schlussminute wieder acht Zähler Differenz, zu viel, um die Gastgeber noch einmal in Bedrängnis bringen zu können. „Man kann den Jungs wenig Vorwürfe machen. Im letzten Viertel haben wir uns einfach ein paar Fehler mehr geleistet als der Gegner. Die Defensivleistung war wieder gut. Leider fielen dann die Würfe nicht“, sagte Dugandzic.
 
Koblenz: Womala (2), Philips (8), Saffer (2), Mayer (6), Mampuya, Johnson (13), Butler (8), Sperber, Pölking (4), Sunelik (2), Heckel (17).
EPG Baskets Koblenz - Wizards Karlsruhe 69:58 (38:32)
Die Heimpartie der Baskets am Freitagabend gegen Karlsruhe barg einige Gefahren. Zum einen war das kommende Topspiel gegen die Dresden Titans bereits in aller Munde, zum anderen traf Koblenz in den Fächerstädtern auf einen angeschlagenen Gegner, der erst wenige Tage zuvor mit Igor Starcevic einen neuen Cheftrainer präsentiert hatte. Aber die Baskets bewältigten ihre Pflichtaufgabe.
„Es war kein Leckerbissen, aber das war auch nicht zu erwarten. Die Mannschaft hat sich der unangenehmen Aufgabe konzentriert entledigt“, lautete das Fazit des Koblenzer Trainers Mario Dugandzic, der auch ein Lob für den Gegner übrig hatte: „Karlsruhe hat clever verteidigt, das muss man ihnen lassen.“
Karlsruhe trat ohne zwei Leistungsträger in Koblenz an: Ex-Nationalspieler Rouven Roessler und Routinier Christian Rupp waren nicht dabei. Bei Koblenz fehlte Brian Butler, und nach wenigen Minuten im zweiten Viertel konnte auch Niclas Sperber nicht mehr spielen, er verletzte sich am Sprunggelenk. Da führten die Baskets knapp mit 23:22 (12.), mehrfach wechselte bis dahin die Führung. Auf Karlsruher Seite stach offensiv Aufbauspieler Abdulai Abaker heraus, der am Ende auf 21 Zähler kam. Die Hausherren rotierten früh und viel und hatten zur Halbzeit bereits neun verschiedene Korbschützen. „Wir haben zwischenzeitlich mit einer sehr kleinen Aufstellung ohne echten Center gespielt. Ganz einfach schien das in dieser Phase gegen diesen Gegner angebracht. Auch mussten wir die Belastung gut steuern“, erklärte Dugandzic.
Nach dem 28:28 (16.) gelang den Baskets bis zur Halbzeitpause ein 10:4-Lauf, inklusive eines seltenen, aber spektakulären Dunkings von Routinier Dominique Johnson, der letztlich mit 15 Punkten zum Koblenzer Topscorer avancierte. „Ich habe immer noch so meine Momente“, schmunzelte der Ex-BBL-Akteur, der einige Wochen mit seinem Wurf haderte. „In den letzten Spielen ging es wieder aufwärts, einfach weil ich die volle Unterstützung der Mannschaft und des Trainers spüre und weiter hart gearbeitet habe.“
Im dritten Viertel bauten die Gastgeber ihren knappen Vorsprung schnell weiter aus. Neben Johnson traf Jacob Mampuya wichtige Würfe und Karlsruhe leistete sich einige Ballverluste. Die Baskets setzten sich nach einem Mampuya-Dreier bis auf 16 Punkte zum 65:49 ab. Da war das Schlussviertel bereits angebrochen und die Partie entschieden.
„Für uns geht es nun nur noch darum, den Abstieg zu vermeiden“, meinte Starcevic. Ganz anders die Ambitionen der Koblenzer. „Das war die Pflicht, gegen Dresden folgt hoffentlich die Kür“, sagte Sportvorstand Thomas Klein. Und auch Johnson blickte vorsichtig voraus. „Wir hoffen auf eine ähnliche Vorstellung wie im Hinspiel, das ist durchaus machbar. Wir haben das nötige Selbstvertrauen.“
 
Koblenz: Womala (9), Philips (12), Saffer (2), Mayer (4), Mampuya (10), Johnson (15), Sperber (2), Pölking (8), Sunelik (4), Heckel (3)
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 07.02.2022
Foto: Didi Mühlen