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Baskets verlieren das Spitzenspiel in Karlsruhe

  • Spielbericht

Die EPG Baskets Koblenz werden augenscheinlich eine ganze Weile den eigenen Ansprüchen hinterherlaufen müssen. Die Titelambitionen der Rhein-Mosel-Städter in der Basketball-Regionalliga Südwest erlitten im Topspiel bei den Arvato College Wizards in Karlsruhe den nächsten Dämpfer. Die Mannschaft von Trainer Josip Bosnjak unterlag dem Spitzenreiter mit 82:89 (43:51). Es war für die Koblenzer nach dem 78:80 in Fellbach die zweite Saisonniederlage. Schon am fünften Spieltag stehen die Baskets mit dem Rücken zur Wand.
Die Enttäuschung war groß bei Trainer Bosnjak und den gut 60 mitgereisten Zuschauern der Koblenzer. „Wir müssen jetzt schon fast alle 21 verbleibenden Spiele gewinnen und sind der eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht geworden“, stellte Bosnjak fest. Zoran Seatovic, der Manager des Karlsruher Teams, meinte: „Wir lagen zwischenzeitlich deutlich in Führung, aber uns war klar, dass Koblenz wieder zurückkommen wird. In der zweiten Halbzeit haben wir dann gerade in der Offensive viel liegen lassen und hatten zu viele Einzelaktionen. Diese schwierige Phase haben wir aber durch eine starke Leistung in der Defensive gut überstanden. Es war für uns ein wichtiger Sieg – so kann es weitergehen.“
Insgesamt war die Koblenzer Niederlage auch verdient – Karlsruhe in den entscheidenden Phasen einfach abgeklärter, eingespielter und glücklicher. Bestes Beispiel war die Endphase des dritten Viertels: Die Baskets hatten sich auf 65:66 herangearbeitet und die Chance, mit dem letzten Angriff in den Schlusssekunden eine Führung mit in das vierte Viertel zu nehmen. Der Angriff aber endete mit Offensivfoul. Auf der Gegenseite traf der Karlsruher Aufbauspieler Aaron Schmitz direkt nach Einwurf einen Dreier aus gut und gerne neun Metern mit 1,5 Sekunden auf der Uhr.
Auch der Beginn des Schlussviertels war sinnbildlich. Aus einem Einwurf heraus produzierten die Baskets einen Ballverlust. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir hatten zu viele Unkonzentriertheiten im Spiel“, kritisierte Bosnjak.
Der Spielbeginn war aus Koblenzer Sicht noch vernünftig und zunächst ausgeglichen verlaufen. Erst Ende der ersten zehn Minuten übernahm Karlsruhe allmählich das Geschehen in die Hand, angeführt von Ex-Nationalspieler Rouven Roessler und zwei Akteuren, die unter Bosnjak das Basketballspielen in Trier erlernten: Nils Maisel und Christoph Rupp überzeugten mit cleverem Spiel.
Überragend bei den Gastgebern war vor allem die Wurfquote aus der Distanz. Mehr als die Hälfte der Wurfversuche aus dem Drei-Punkte-Bereich fand ihr Ziel. „Obwohl wir die Würfe eigentlich nicht schlecht verteidigt haben“, befand Bosnjak. Speziell im zweiten Viertel waren die Baskets aber machtlos. Roessler traf allein drei Würfe aus der Distanz. Zur Halbzeit sah sich Koblenz so einem 41:53-Rückstand konfrontiert.
Im dritten Spielabschnitt zeigten sich die Koblenzer konzentrierter und konnten verkürzen, doch Karlsruhe hatte in den Druckmomenten die besseren Lösungen, wie eben in der Schlusssekunde des Viertels.
Im letzten Viertel liefen die Baskets dem knappen Rückstand weiter hinterher, mit ablaufender Zeit zunehmend auch einfallslos im Angriff. Karlsruhe brachte den Sieg souverän über die Zeit. „Wir werden jetzt keine personellen Schnellschüsse tätigen, so viel ist klar. Die Saison ist noch lang und ich will mit dieser Mannschaft arbeiten und bin überzeugt, dass wir uns verbessern können und müssen. Momentan gleicht das Offensivspiel einem Zwei-Takt-Motor. Wir laufen und bleiben stehen. Alles muss etwas runder laufen, wir müssen zum Beispiel Marko Sutalo besser ins Spiel einbinden“, so Bosnjak, der den mitgereisten Fans ein großes Lob aussprach. „Die Unterstützung war einfach super, dafür wollen wir uns bedanken.“ Die kommenden Spiele werden nun zeigen, wie geduldig das Koblenzer Publikum ist.
Koblenz: Trtic (17), Haufs (12), Thompson (10), Mahfouz (9), Sutalo (9), Schaake (9), Sherrill (7), Novak (5), Alispahic (2), Jurkovic (2), T. Bosnjak, Jefferson.

Quelle: Rhein-Zeitung vom 21.10.2019

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