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Baskets unterliegen Speyer nach großem Kampf

  • Spielbericht

Der Rahmen war perfekt, die Kulisse im ausverkauften Schulzentrum auf der Koblenzer Karthause eindrucksvoll. Die Regionalliga-Spitzenpartie zwischen den Conlog Baskets Koblenz und den Morgenstern BIS Baskets Speyer bot ein Basketballfest, wie es an Rhein und Mosel seit mehr als 20 Jahren keines mehr gegeben hat. Aus Sicht der Gastgeber leider nicht mit dem erwünschten Ausgang.

In einer umkämpften Partie setzte sich Speyer verdient mit 74:62 (29:34) durch und hat sich damit im Titelrennen und um den Aufstieg in die 2. Bundesliga ProB den entscheidenden Vorteil verschafft. Denn Speyer ist nun auch im direkten Vergleich besser, nachdem die Koblenzer das Hinspiel mit zehn Punkten Differenz gewonnen hatten. Dadurch können sich die Pfälzer in den verbleibenden acht Spielen eine Niederlage leisten, ohne die Führung abzugeben.

Speyer überrascht mit Spanier Seco

Die Spannung auf dem Feld und auf den Rängen war auf der Koblenzer Karthause weit vor dem Hochball spürbar. Die Gäste verstärkten ihren Kader vor dem Spiel noch einmal und verpflichteten den 35-jährigen Spanier Javier Mugica Seco. „Seit Weihnachten haben wir uns speziell auf dieses Spiel vorbereitet. Wir wollten mit der Verpflichtung dem Kader noch mehr Erfahrung hinzufügen“, beschrieb Gästetrainer Carl Mbassa. Auf der Gegenseite nahm der Koblenzer Trainer Josip Bosnjak die Personalie vor Spielbeginn gelassen: „Für uns wird sich nichts ändern. Wir sind gut vorbereitet und wollen uns nicht nach dem Gegner richten.“

Der Koblenzer Center Valentin Jurkovic brachte nach 20 Sekunden die ersten Punkte auf die Anzeigetafel. Auf beiden Seiten war Nervosität spürbar, über intensive Abwehrarbeit versuchten die Teams, ins Spiel zu finden. Jurkovic war es, der im ersten Viertel auf Koblenzer Seite hervorstach und neun der 17 Zähler markierte. Speyer schaffte zum Viertelende die knappe Führung – dank zweier erfolgreicher Dreier durch die Spanier Jordi Salto Sabate und Neuzugang Mugica Seto.

Einer von insgesamt nur drei erfolgreichen Distanzwürfen bei 26 Versuchen brachte die Gastgeber zu Beginn des zweiten Viertels mit 27:22 in Führung. Speyer wurde von der starken Koblenzer Defensive in diesem Spielabschnitt bei nur elf Zählern gehalten, sodass die Baskets eine Fünf-Punkte-Führung mit in die Kabine nahmen.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste, Jurkovic erzielte die ersten Punkte zur höchsten Führung der Hausherren im Spielverlauf – 36:29. Nachdem Milan Trtic auf 38:31 stellte, nahm die Partie aber die entscheidende Wende. Speyers Center Michael Acosta Marte markierte sechs Zähler hintereinander, Albert Kuppe brachte den Gästen die Führung zurück. Koblenz blieb sechs lange Minuten ohne eigenen Korberfolg.

Speyer übernahm die Spielkontrolle und das, obwohl sich der wichtige Aufbauspieler Salto Sabate in dieser Spielphase verletzte. Der Spanier sank mit Verdacht auf Muskelfaserriss zu Boden und konnte nicht mehr mitwirken. Nebenmann Dimitri Kreis sprang in die Bresche und erzielte zehn Punkte im dritten Viertel.

Die Hausherren agierten offensiv zu umständlich und leisteten sich mehrere unnötige Ballverluste. Aus der Distanz kam keinerlei Entlastung, sodass sich Speyer bis zum Viertelende auf 52:42 absetzte.

Die Hoffnung blieb, die Partie im Schlussabschnitt umzubiegen. Die Gastgeber kämpften aufopferungsvoll, Speyer zeigte allerdings auch seine ganze Klasse. Nach erfolgreichen Freiwürfen von Henning Schaake war der Rückstand fünf Minuten vor Spielende auf fünf Zähler reduziert. Die Gäste antworteten mit einem Dreier durch Ex-Bundesligaprofi Tim Schwartz. Die Domstädter hatten weiter in allen Situationen die passenden Antworten und ließen sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen. Ein krachender Dunking von Daryl Woodmore zum 68:55 zwei Minuten vor dem Ende besiegelte die Koblenzer Niederlage.

Bosnjak ist enttäuscht und stolz

Gekämpft wurde aber weiter, schließlich ging es noch um den direkten Vergleich, den die Koblenzer für sich beanspruchen wollten. Doch fehlendes Wurfglück und ein Ballverlust brachten Speyer in Position. Mit vier erfolgreichen Freiwürfen beendeten die Gäste alle Koblenzer Hoffnungen und durften sich im Anschluss zurecht von 100 mitgereisten Anhängern feiern lassen.

„Man kann den Koblenzern nur zu diesem Publikum gratulieren. Es war toll, vor dieser Kulisse zu spielen. Beide Mannschaften haben ProB-Niveau an den Tag gelegt, und beide hätten den Aufstieg verdient. Heute haben wir in der entscheidenden Phase die bessere Struktur im Spiel gehabt und die nötigen Würfe getroffen“, befand Ex-Profi Schwartz. Trainer Mbassa stimmte ein: „Die Verletzung unseres Aufbauspielers hat uns noch einmal einen extra Ruck gegeben. Wir hatten im dritten Viertel das Momentum auf unserer Seite. Mit unserer Führung stieg vor dieser Kulisse der Druck auf die Koblenzer, dem sie nicht ganz standhalten konnten. Natürlich haben wir jetzt beste Chancen auf die Meisterschaft, die wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen.“

Bosnjak auf der Gegenseite war enttäuscht und dennoch stolz: „Wir sollten uns keine Vorwürfe machen. Wir haben uns dieses Spiel hart erarbeitet und waren so gut vorbereitet, wie es nur geht. In der ersten Halbzeit haben wir Speyer nur eine Wurfquote von 28 Prozent gestattet, das war stark. Nach der Pause haben wir in einer schlechten Phase den Ball zu lange gehalten, schwierige Würfe nehmen müssen. Der Gegner hat das gut genutzt. Wir dürfen jetzt nicht die Köpfe hängen lassen, sondern müssen Platz zwei verteidigen. Heute mussten wir einen Rückschlag hinnehmen, aber wir werden weitermachen.“

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