Die EPG Baskets Koblenz kommen im neuen Jahr einfach nicht in Schwung. Im Heimspiel gegen die OrangeAcademy Ulm setzte es für die Mannschaft von Trainer Danny Rodriguez die dritte Pleite in Folge in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd. Die 63:73 (34:29)-Niederlage auf der Koblenzer Karthause war letztlich verdient wie auch vermeidbar und förderte wiederkehrende Schwächen zutage.
Im Hinspiel hatten die jungen Ulmer den Baskets ihre bislang höchste Saisonniederlage zugeführt, dazu die beiden Pleiten in den Vorwochen gegen Karlsruhe und Oberhaching. Viel brauchte es wohl nicht für Coach Rodriguez, die Sinne seines Teams zu schärfen. Und seine Akteure zeigten im ersten Spielabschnitt, welches Potenzial vorhanden ist. Die Hausherren zeigten eine hervorragende Verteidigungsleistung und brachten offensiv Topscorer Brian Butler direkt ins Spiel. Dazu trumpfte der wiedergenesene CJ Oldham auf, und so stand es nach acht Minuten bereits 16:5, nachdem Lucas Mayer beim erfolgreichen Korbleger gefoult worden ist und den anschließenden Freiwurf verwertet hatte. Die Koblenzer Führung hätte dabei auch höher ausfallen können, fünf vergebene Freiwürfe der Baskets waren ärgerlich.
Das zweite Viertel begann wieder euphorisch. Joshua Lübken sorgte per Dunk nach schnellem Spiel für die ersten Punkte. Darauf folgten ein erfolgreicher Dreier von Chaed Wellian mit Ablauf der 24 Sekunden Angriffszeit und ein Korbleger von Marley Jean-Louis zum 25:10. Dies sollte die höchste Führung im Spiel bleiben, denn ganz allmählich gewannen die Gäste mehr Sicherheit in ihren Aktionen und brachten damit einhergehend mehr Punkte auf die Anzeigetafel. Ein wenig bezeichnend für das, was kommen sollte, waren dann die letzten zwei Minuten vor dem Seitenwechsel. Bei einer 32:23-Führung handelte sich Trainer Rodriguez ein technisches Foul ein. Darauf folgte ein Ballverlust, und Ulm verschaffte sich durch fünf Punkte von Center Nat Diallo neues Selbstvertrauen und verkürzte zur Halbzeit auf 29:34. Nach dem Kabinengang entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Auf einen Dunk von Butler auf Koblenzer Seite reagierte Marius Stoll per Dreier. Ein Dreier durch Mayer beantwortete Ulms Center Nicolas Bretzel per Korbleger. Koblenz aber behauptete die knappe Führung durch das Viertel. Mit 53:52 ging es in die letzten zehn Minuten, in denen Ulm die erste Führung seit dem ersten Korb des Spiels schaffte. Nun wurde es zu einer Nervenschlacht und einem Wechselbad der Gefühle. Koblenz schien im Vorteil, als sich der Ulmer Diallo viereinhalb Minuten vor dem Ende beim 60:59 sein fünftes persönliches Foul einhandelte und folglich auf die Bank musste.
Doch die jungen Spieler der OrangeAcademy Ulm blieben cool und suchten ihren 2,12-Meter-Mann Bretzel, der durch drei Körbe in Serie aus dem 61:59 für Koblenz ein 65:61 für Ulm machte. Im Anschluss kam es zu einer Unterbrechung, da das Schiedsrichtergespann die Foulbelastung von Oldham überprüfte. Der Koblenzer durfte mit vier Fouls auf dem Feld bleiben, leistete sich im folgenden Einwurf aber einen Ballverlust. Ulm zeigte nun keinerlei Nerven mehr, verwandelte sechs Freiwürfe, während auf Koblenzer Seite nun das Wurfglück verloren ging. Die Gäste beendeten das Spiel mit einem 12:2-Lauf.
„Diese Niederlage war unnötig. Sechs, sieben vermeidbare einfache Fehler haben uns den Sieg gekostet“, ärgerte sich Sportdirektor Thomas Klein. Derweil lobte der Ulmer Coach Anton Gavel sein Team: „Für mich war entscheidend, dass wir den frühen Rückstand schon im zweiten Viertel reduzieren konnten. In der zweiten Hälfte konnten wir uns dann noch einmal enorm steigern.“ Umgekehrt haderte Rodriguez: „Wieder haben wir es nicht geschafft, das Intensitätslevel hochzuhalten. Wir haben so gut begonnen, und dann hatten wir wieder einen Bruch im Spiel, haben zu viele Fehler gemacht. Und dann ist uns das Spiel entglitten.“
Koblenz: Butler (21), CJ Oldham (10), Thompson (8), Mayer (7), Jean-Louis (5), Mampuya (5), Wellian (3), Lübken (2), Westerhaus (2), Fölbach, Minguillon, Schaake.
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 25.01.2021