Die EPG Baskets Koblenz haben für einen denkwürdigen Abschied von der Schulsporthalle auf der Karthause gesorgt. Im letzten Heimspiel vor dem Umzug in die CGM Arena drehte das Team in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd eine bereits verloren geglaubte Partie und besiegte den BBC Coburg nach deutlichem Rückstand mit 86:81 (38:56).
Die Partie gegen die Vestestädter wies erstaunliche Parallelen zum Auswärtsspiel in Gießen in der Vorwoche auf, denn damals drehten die Koblenzer einen Rückstand von 21 Punkten. „So etwas ist in meiner Laufbahn auch noch nicht vorgekommen. Zwei solcher Comebacks innerhalb von einer Woche. Das zeigt die Moral der Mannschaft“, meinte Baskets-Trainer Mario Dugandzic nach intensivsten 40 Minuten.
Sechs Minuten und zwölf Sekunden waren noch zu spielen, als der Coburger Kapitän Christopher Wolf die Führung seiner Mannschaft auf 79:61 stellte. Koblenz schien geschlagen, startete dann aber nach einem Dreier von Ben Marello eine spektakuläre Aufholjagd. Shembari Philipps legte einen weiteren erfolgreichen Dreipunktewurf nach. Brian Butler per Dunking ließ den Glauben an den Sieg zurückkehren. Die Baskets legten einen 16:0-Lauf auf das Parkett und waren 63 Sekunden vor Spielende plötzlich wieder auf zwei Zähler dran. Coburg überkam die punktlose Zeit mit einem Korbleger ihres besten Akteurs Princeton Onwas zum 81:77. Aber die Baskets waren nicht mehr zu stoppen. Philipps antwortete per Dreier.
Für BBC-Coach Jan Schröder die entscheidende Szene: „Fällt dieser Wurf nicht rein, gewinnen wir diese Partie.“ Im Anschluss blockte Marello einen Korblegerversuch von Onwas und der Koblenzer Aufbauspieler Marvin Heckel sorgte per Korbleger 25 Sekunden vor dem Ende für die erste Führung (82:81) der Heimmannschaft seit dem 19:18 (8.). „Es hat sich eine Lücke ergeben, und ich bin einfach zum Korb gezogen. Diesen Spielzug spielen wir oft, und ich habe in dieser Szene auch gar nicht groß nachgedacht“, berichtet Heckel anschließend.
Coburg blieb ein Angriff, doch dieser endete mit einem Fehlpass. Butler sicherte sich den Ball und leitete weiter zu Philipps. Der BBC foulte Philipps, der den ersten Freiwurf verwandeln konnte. Nach dem zweiten, verworfenen Freiwurf, stibitzte erneut Butler den Ball und sorgte per Dunk für ein spektakuläres Ende der Partie. Ein Match, das die Koblenzer gut begannen. Nach fünf Minuten führten die Gastgeber bereits mit 14:4, erlebten dann aber einen immensen Einbruch. Der Coburger Onwas war für die Baskets kaum zu kontrollieren und sammelte allein in Halbzeit eins 24 Zähler. Onwas war es auch, der per Dreier zum 21:24 kurz vor Ende des ersten Viertels die erste Gästeführung erzielen konnte.
Im zweiten Viertel bestimmten die Coburger das Geschehen und gewannen den Spielabschnitt mit 30:15 zur 56:38-Halbzeitführung. Mit dem ersten Korb in Viertel drei besorgte Onwas die höchste Gästeführung, die danach kräftemäßig nachließen und im dritten Viertel 13 und im Schlussviertel lediglich zwölf Punkte erzielen konnten.
„Ich muss meiner Mannschaft trotz der Niederlage ein riesiges Lob aussprechen, und auch unserem ehemaligen Trainer Valentino Lott, der die Mannschaft dahin gebracht und die Grundlage gelegt hat. Wir hätten den Sieg sicherlich genauso verdient gehabt“, meinte Schröder. Sein Gegenüber Dugandzic atmete tief durch: „Wir haben unsere Probleme, wenn wir nach ein paar Minuten in die Rotation gehen. Das müssen wir besser machen, offensiv wie defensiv. Wir dürfen uns da nicht so eine Schwächephase leisten. Danach hat die Mannschaft stark reagiert.“
Und auch Sportdirektor Thomas Klein war nach dem letzten Spiel auf der Karthause sichtlich mitgenommen. „Das war wirklich nichts für schwache Nerven. Marketingtechnisch lässt sich so etwas gut verkaufen und macht richtig Lust auf mehr in der größeren Halle, die für den Verein ein Riesenschritt bedeutet. Ganz persönlich könnte ich aber auch mit etwas weniger Aufregung leben“, schmunzelte Klein.
 
EPG Baskets Koblenz: Heckel (22), Phillips (19), Marello (13), Butler (13), Johnson (11), Sperber (4), Saffer (2), Pölking (2), Mayer.