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Baskets-Herrlichkeit findet ein jähes Ende

  • Spielbericht
Der Aufwärtstrend der EPG Baskets Koblenz hat in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B nach nur einem Spiel bereits wieder ein jähes Ende gefunden. Die Mannschaft von Trainer Danny Rodriguez unterlag beim FC Bayern München II am Ende deutlich mit 69:90 (34:40). Ausschlaggebend dabei waren eine schwache zweite Halbzeit und ein müdes Schlussviertel, in dem die Baskets mit 11:30 untergingen.
„Uns hat hinten raus die Puste gefehlt, die Münchner haben am Ende mit deutlich mehr Energie gespielt, der wir zu wenig entgegenzusetzen hatten“, versuchte sich Coach Rodriguez in einer ersten Erklärung für die achte Saisonniederlage, durch die Koblenz dem FC Bayern II den sechsten Tabellenplatz überlassen musste.
Eigentlich schienen die Vorzeichen in der bayrischen Landeshauptsstadt durchaus günstig. Bayern-Spielmacher Erol Ersek musste verletzungsbedingt zuschauen. Topscorer Jason George hatte am Freitagabend bereits 20 Minuten für die Profis der Bayern in der BBL auf dem Feld gestanden.
Bei den Koblenzern stand Neuzugang Bill Borekambi wieder im Kader, kam aber zunächst von der Bank. Rodriguez vertraute der Startaufstellung aus der Vorwoche.
Die begann gut, Zaire Thompson besorgte die ersten Punkte. Brian Butler und Edin Alispahic legten nach zur schnellen 8:2-Führung der Koblenzer. „Wir haben es wieder mit wechselnder Verteidigung probiert, und das hat eigentlich gut funktioniert“, befand Rodriguez.
Die jungen Bayern ließen sich von dem anfänglichen Schwung nicht beeindrucken und glichen durch einen Dreier des 18-jährigen Supertalents George beim 10:10 bereits wieder aus. Fortan entwickelte sich eine ausgeglichene Partie ohne größere Vorteile für eine der beiden Seiten. Zum Ende des ersten Viertels hatten die Baskets knapp die Führung inne mit 20:18.
In Viertel zwei offenbarten sich erste offensive Schwächen bei den Baskets, die Defensive agierte aber weiter solide. Unglücklich verlief die Schlussminute vor dem Seitenwechsel, als der erst 16-jährige Christian Skladanowski den Koblenzern fünf Punkte nach Gang zum 40:34-Halbzeitstand zugunsten der Bayern einschenkte.
Nach der Pause begannen die Gastgeber besser und konnten sich weiter leicht absetzen bis zum 56:46 (27.). Dieses Mal aber hatten die Baskets die bessere Schlussphase im Viertel. Chaed Wellian lief heiß und verkürzte mit acht Zählern in Serie auf 60:58.
Das gab den Baskets Auftrieb, und zu Beginn des Schlussabschnittes schafften sie auch den Ausgleich und die Führung durch Borekambi – 64:62. Bei nun noch acht Minuten Spielzeit war es aber plötzlich vorbei mit der Koblenzer Herrlichkeit, und nichts lief mehr zusammen.
Der FC Bayern dagegen spielte sich in einen Rausch. Gleich sechs Spieler trugen zu einem 14:0- Lauf bei, den DJ Woodmore auf Koblenzer Seite durch einen erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf nur kurzzeitig unterbrach. Denn es folgte nun ein weiterer 13:0-Lauf, dem die Koblenzer nichts zu erwidern hatten. Joshua Lübkens Korb und ein Freiwurf der Bayern hatten nur statistischen Wert.
Insgesamt kassierten die Baskets in den letzten acht Spielminuten einen 28:5-Lauf. „Das ist natürlich frustrierend. Wir agieren als Mannschaft weiter nicht konstant genug. Es waren zu viele Fehler im Spiel, die man sich gegen die zweitbeste Defensive der Liga nicht leisten darf“, ärgerte sich Rodriguez, der aber weiter gelassen vorausschaut: „Es geht für uns darum, dass wir mit unseren Neuzugängen bis zu den Play-offs einen guten Rhythmus finden. Ich persönlich empfinde weiter keinen erhöhten Druck auf mich, sondern versuche, mit der Mannschaft konzentriert an mehr Konstanz zu arbeiten.“
 
EPG Baskets Koblenz: Jean-Louis (2), Woodmore (10), Mayer (2), Schaake , Westerhaus, Lübken (2), Butler (16), Alispahic (4), Wellian (15), Thompson (4), Borekambi (14).
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 15.02.2021