Beitrag

Baskets feiern grandiosen Sieg gegen Spitzenreiter

  • Spielbericht
Die EPG Baskets Koblenz haben sich im Titelrennen der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd eindrucksvoll zurückgemeldet. Vor 630 Zuschauern in der CGM Arena auf dem Koblenzer Oberwerth bezwangen die Rhein-Mosel-Städter den zuvor ungeschlagenen Spitzenreiter Dresden Titans mit 85:71 (44:25). Nach dem achten Erfolg im zehnten Saisonspiel bleibt die Mannschaft Trainer Mario Dugandzic noch immer auf dem zweiten Platz hinter den Sachsen, allerdings ist Platz eins in der Hauptrunde nun wieder aus eigener Kraft möglich. Für die Titans war es die erste Niederlage nach acht Siegen in Serie.
Die Baskets hatten vor der Partie Personalsorgen. So wurde der Vertrag mit Flügelspieler Ben Marello unter der Woche aufgrund von Verletzungsproblemen aufgelöst. Der Este Indrek Sunelik konnte nach seiner Corona-Erkrankung noch nicht wieder einen negativen PCR-Test vorweisen. Glücklicherweise meldeten sich Aufbauspieler Marvin Heckel und Brian Butler am Vormittag des Spieltages wieder einsatzbereit. „Nachdem wir am Donnerstag noch zu fünft trainieren mussten, hatte ich diese ganze Entwicklung so nicht erwartet“, atmete ein sichtlich glücklicher Dugandzic nach dem Spiel tief durch.
Irgendwie passte am Ende die Spieldramaturgie zur turbulenten Koblenzer Woche. Die Verantwortlichen wähnten sich vor dem Hochball eher in der Außenseiterrolle. Die Akteure auf dem Feld machten allerdings sofort einen ganz anderen Eindruck. Ex-BBL- Profi Dominique Johnson traf direkt seine ersten beiden Wurfversuche zur 5:0-Führung, und die Baskets waren fortan klar spielbestimmend. Die Gäste fanden offensiv zunächst überhaupt keinen Rhythmus. Eindrucksvoller Beleg: Erst in der Schlussminute des ersten Viertels erzielte der Kanadier Tanner Graham per Drei-Punkte-Wurf den ersten Dresdener Korb aus dem Spiel heraus. Zuvor sammelten die Gäste mühsame sieben Zähler von der Freiwurflinie.
„Wir waren zu Beginn ganz klar zu passiv. Wir wussten ganz genau, was uns erwartet, waren aber irgendwie nicht in der Lage, unseren Plan umzusetzen“, haderte Dresdens Kapitän Georg Voigtmann später. Baskets-Vorstand Thomas Klein sah eine „unfassbar gute Defense“ seiner Mannschaft. Der erste Spielabschnitt ging mit 21:10 an die Gastgeber. Und die ließen auch danach die Elbestädter nicht zur Entfaltung kommen. Johnson eröffnete das zweite Viertel per erfolgreichem Dreier. Dresden erarbeitete sich unter dem Korb ein paar Zähler durch Center Max von der Wippel.
Ein Baskets-Duo fing nun aber an, so richtig aufzudrehen: Unter dem Korb war der sprunggewaltige Brian Butler kaum zu stoppen, von außen lief der US-Amerikaner Shembari Phillips so richtig heiß. Butler erzielte allein im zweiten Viertel elf Punkte. So konnte der Vorsprung weiter ausgebaut werden, und das Publikum genoss die bis dahin beste Saisonleistung der Koblenzer. Beim Kabinengang zeigte die neue Anzeigetafel, die noch am Spielfeldrand platziert war und in Kürze aufgehangen wird, ein deutliches 44:25.
Im zweiten Heimspiel auf dem Koblenzer Oberwerth machen die Baskets infrastrukturell wieder einen Schritt nach vorne. Die Soundanlage funktionierte dank ehrenamtlicher Helfer prächtig, und auch wenn sich verständlicherweise weniger Zuschauer einfanden als bei der Premiere vor drei Wochen, war die Stimmung, wohl auch dem starken Spiel geschuldet, richtig gut.
Der dritte Durchgang entwickelte sich schnell zu einem offenen, offensiven Schlagabtausch mit insgesamt 58 Punkten, gleichmäßig auf beide Seiten verteilt. Bei den Baskets erzielte Phillips drei seiner insgesamt überragenden acht Dreier, auf Dresdner Seite markierte Graham elf Punkte. Den Schlusspunkt im Viertel setzte Titans-Akteur Grant Teichmann per Dreier. Der Koblenzer Vorsprung lag vor dem Schlussabschnitt beim 73:54 weiter bei 19 Punkten.
Aber der Deutsch-Amerikaner Teichmann schien nun seinen Rhythmus gefunden zu haben und führte Dresden mit Beginn des vierten Viertels zu einer furiosen Aufholjagd. Plötzlich gelang den Gästen fast alles, den Baskets gar nichts mehr. Teichmann erzielte drei Dreier, einen davon sogar mit Foul innerhalb eines 15:0-Laufes binnen sechs Minuten. Plötzlich waren es nur noch vier Zähler Vorsprung für die Baskets. Dugandzic reagierte mit einer Auszeit auf die deutlich schwindenden Koblenzer Kräfte. Und auch das Publikum spürte, dass die Mannschaft nun Unterstützung brauchte.
Das Momentum lag klar auf Seiten der Gäste und wurde dann gebrochen durch einen erfolgreichen Distanzwurf von Lucas Mayer. „Dieser Dreier war wohl der wichtigste Wurf im Spiel und hat uns wieder auf Kurs gebracht“, lobte Dugandzic. Nach den Punkten von Mayer zum 76:69 mit dreieinhalb Minuten Restspielzeit scheiterte Dresden im Gegenangriff, und die Baskets punkteten erneut durch eine Energieleistung von Moses Pölking in der Zone. Dresden antwortete noch einmal durch einen Korb von Sebastian Heck. Die nun noch verbliebenen zwei Minuten verkamen dann aber zu einer Show der Extraklasse. Phillips markierte zunächst seinen achten Dreier, der bereits das Publikum im Gefühl des sicheren Sieges von den Sitzen riss. Butler legte nach, in dem er nach zwei Koblenzer Ballgewinnen den Ball in der Schlussminute gleich zweimal per Dunking durch die Reuse jagte und den Triumph so eindrucksvoll unterstrich.
„Am Ende haben wir einfach zu viele Fehler gemacht. Koblenz ist das stärkste Team, das uns bislang in dieser Spielzeit begegnet ist. Es könnte auf einen Zweikampf hinauslaufen. Man muss halt auswärts auch die vermeintlich leichteren Spiele gewinnen, da waren wir bislang souveräner. Wir akzeptieren diese Niederlage, sie war verdient. Aber wir freuen uns auch schon auf ein spannendes Rückspiel“, konstatierte Voigtmann.
Matchwinner Phillips blieb nach starken 26 Punkten bescheiden: „Es war ganz klar eine Teamleistung. Meine Mitspieler haben mich gut in Szene gesetzt und wir haben als Mannschaft gut verteidigt. Wir fühlen uns zu Hause einfach sehr wohl, in dieser Arena aber auch zuvor auf der Karthause. Wir müssen in den Auswärtsspielen die gleiche Energie an den Tag legen. Das Potenzial ist auf jeden Fall da.“ Und abschließend lobte Dugandzic seine Mannschaft: „Wir haben wirklich fokussiert gearbeitet und unseren Plan gut umgesetzt. Wir kamen natürlich schnell gut rein, das hat geholfen. Die Verteidigungsleistung war sehr gut. Die Schwächephase zu Beginn des letzten Viertels war auch einfach der hohen Energie geschuldet, mit der wir über drei Viertel agiert haben. Aber auch da konnten wir uns gemeinsam wieder herausarbeiten.“
 
Baskets Koblenz: Phillips (26), Butler (22), Sperber (6), Pölking (6), Saffer (1), Mayer (6), Heckel (8), Johnson (10), Phatty.#
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 06.12.2021