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Baskets eilen zum nächsten Erfolg

  • Spielbericht
Auch ohne Zuschauer, zumindest in der Halle, bleiben die EPG Baskets Koblenz in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B Süd in der Erfolgsspur. Die Mannschaft von Trainer Danny Rodriguez feierte gegen die Arvato College Wizards aus Karlsruhe einen mühevollen Arbeitssieg, den 450 Zuschauer zumindest online verfolgten, und zwar über den neu eingerichteten Livestream der Baskets. Am Ende setzten sich die Baskets mit 83:78 (36:34) gegen den Mitaufsteiger aus Baden durch. Matchwinner, beim dritten Sieg in Serie und überragender Akteur auf der Koblenzer Karthause war Neuzugang Marley Jean-Louis. Der 26-jährige Flügelspieler kam am Ende auf starke 29 Zähler bei überragenden acht Treffern aus dem Drei-Punkte-Bereich.
„Die leere Halle nimmt einem ein wenig den Heimvorteil, daran muss man sich erst gewöhnen. Der Gegner war zudem hervorragend eingestellt, hat das Spieltempo geschickt verlangsamt und uns so vor Probleme gestellt“, sagte Trainer Rodriguez kurz nach der Partie. In der Tat hatten seine Baskets zu Spielbeginn Probleme, die man in den ersten beiden Saisonspielen nicht erkannte. Gleich zwei Ballverluste leistete sich Koblenz in den ersten beiden Angriffen, ganze sieben bis zur Halbzeit. Beim Saisonauftakt gegen Coburg waren es an gleicher Stelle sieben im ganzen Spiel gewesen.
Dennoch erwischten die Baskets den etwas besseren Start, und gleich die ersten Punkte der Partie waren ein guter Vorgeschmack auf das, was kommen sollte: Marley Jean-Louis traf aus der Distanz. Karlsruhe musste ohne Leistungsträger Eyke Prahst auskommen. Der Centerspieler hatte sich im Abschlusstraining verletzt. Das kaschierten die Gäste zunächst aber geschickt und durch viel Einsatz, auch wenn am Ende die Überlegenheit der Koblenzer beim Rebound (46:28) mitentscheidend war.
In dem Bereich haben die Koblenzer schlicht einen der besten Spieler der Liga vor Saisonbeginn verpflichtet: Brian Butler kam am Ende auf 17 Zähler und elf Rebounds, arbeitete unermüdlich unter den Körben und sicherte immer wieder zweite Wurfchancen. Vom Start weg führten die Koblenzer also durch den Distanzwurf von Jean-Louis und bewahrten sich diese Führung auch im ersten Viertel, vermochten sich aber nie wirklich deutlich abzusetzen. Mit 20:14 ging der erste Spielabschnitt an die Baskets. Die Gäste hatten aber Vorteile in den zweiten zehn Minuten. Karlsruhe schaffte einen 13:4-Lauf und sicherte sich Mitte des Viertels die erste Führung. Dem Lauf ein Ende setzte beim 24:27 erneut Jean-Louis per Dreier, der Koblenzer war immer in den wichtigen Momenten zur Stelle und legte nach dem Ausgleich gleich noch einen spektakulären Dreier aus der Ecke mit Brettberührung nach. So konnten sich die Baskets auch eine knappe 36:34- Führung beim Kabinengang sichern.
Das dritte Viertel war in den vorherigen Spielen für die Koblenzer spielentscheidend. Diesmal blieb es spannend, da auf Karlsruher Seite mit Ex-Nationalspieler Rouven Roessler auch ein erfahrener Distanzschütze immer wieder nachlegte. Roessler kam auf 24 Zähler bei fünf Dreiern, flankiert vom starken US-Amerikaner Alexander Thompson, der 18 Punkte und acht Rebounds auflegte. Durch die gesamte zweite Halbzeit bewegten sich die Teams fast im Gleichschritt. Die knappe Koblenzer Führung betrug immer zwischen einem Zähler und sechs Zählern bis in die Schlussphase. Im vierten Viertel blieb es spannend bis zum Schluss. Karlsruhe hatte mehrfach die Chance, die Führung zu übernehmen, doch die Koblenzer taten in diesen Momenten das Richtige oder konnten sich auf Jean-Louis verlassen. So zum Beispiel beim 73:72 vier Minuten vor dem Ende, als Jean-Louis seinen achten Distanzwurf verwandelte. Auch beim 78:75 mit 110 Sekunden Restspielzeit war die Partie noch immer nicht entschieden. In den folgenden zwei Angriffen war die Baskets-Defensive hellwach und hielt stand. Ein Dreier von Roessler mit der Schlusssirene kam zu spät.
Baskets-Sportdirektor Thomas Klein atmete tief durch: „Das war hart in ungewohnter Atmosphäre. Teilweise war der Gegner spielerisch etwas besser und hat auch sehr clever gespielt. Wir haben bewiesen, dass wir einen unheimlichen Willen haben, sind mental immer wach gewesen. Neben dem natürlich überragenden Jean-Louis hat auch der Rest der Mannschaft in den entscheidenden Momenten immer einen wichtigen Beitrag geleistet. Auf drei Siege zum Start kann man stolz sein.“
 
Koblenz: Woodmore (14), Jean- Louis (29), Butler (17), Mampuya (4), Alispahic (6), Thompson (10), Oldham (3), Mayer, Schaake, Westerhaus, Lübken, Minguillon.
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 02.11.2020