Die Erleichterung nach dem zehnten Erfolg im 19. Saisonspiel war bei den Verantwortlichen deutlich spürbar, genau wie die Vorfreude auf die kommenden Wochen. „Wir sind sehr glücklich über diesen Sieg, das war wichtig für die Moral. Als Team müssen wir die kommenden Wochen nun als eine Art neue Vorbereitung sehen. Die individuelle Klasse ist, wie heute gegen Erfurt gesehen, da. Nun gilt es, die Mannschaft bestens aufeinander abzustimmen“, sagte Rodriguez. Der Koblenzer Sportdirektor Thomas Klein erklärte: „Das war ein ganz wichtiger Schritt in einer Liga, in der jeder jeden schlagen kann. Wir sind umtriebig, perfekte Bedingungen zu schaffen, damit das Team sich voll auf das Sportliche konzentrieren kann. Unsere Neuzugänge werden nun dauerhaft vor Ort sein, die Verletzungen werden behandelt, und dann hoffen wir, bestens aufgestellt in die nächsten Wochen gehen zu können.“
Neuzugang Anthony Canty stand gegen das Ligaschlusslicht aus Thüringen erstmals für die Baskets auf dem Parkett und gleich in der Startaufstellung. Schnell zeichnete sich ab, was der Ex-Bundesligaprofi den Koblenzern bringen kann. Mit viel Ruhe am Ball gestaltete Canty überlegt die Offensive und spielte clevere Pässe. Schon nach knapp drei Minuten Spielzeit nahm Gästetrainer Uvis Helmanis beim 12:4 für Koblenz die erste Auszeit. Erfurt erschien danach fokussierter, aber die Baskets behaupteten ihre Führung. Auch weil Chaed Wellian zu Beginn offensiv gut in Szene gesetzt werden konnte und mit elf von 23 Zählern im ersten Viertel auftrumpfte.
Die Gäste hatten ihre beste Phase zu Beginn des zweiten Spielabschnittes. Mit einem Dreier zum 23:21 leitete Erfurts Aufbauspieler Ricky Price eine Phase ein, in der die Gäste die Führung übernahmen. Center Tobias Bode, neben Price korbgefährlichster Erfurter, hielt Erfurt mit seinem Korb zum 27:25 in Führung, aber Canty holte diese mit einem Dreier für Koblenz zurück. Rodriguez war aber nicht zufrieden, nahm die Auszeit und forderte lautstark mehr Konzentration. Zum Viertelende hin schafften es die Baskets, die Spielkontrolle zurückzuerlangen. Lucas Mayer zeichnete sich durch unermüdlichen Einsatz aus, holte sich durch engagierte Defensivarbeit Selbstvertrauen in der Offensive, wo er schließlich mit 15 Zählern auf einen neuen persönlichen Saisonbestwert kam. Beim Stand von 42:35 für Koblenz wurden die Seiten gewechselt.
Nach Wiederanpfiff hielt Price mit zwei erfolgreichen Dreiern die Erfurter im Spiel. Es entwickelte sich ein interessanter Schlagabtausch und ein ausgeglichenes Viertel, das die Hausherren letztlich knapp mit 23:22 für sich entschieden. Somit blieb es vor dem Schlussviertel spannend. Hier aber hatten die Koblenzer die deutlich größeren Kraftreserven und den tieferen Kader. Bei Erfurt lastete zu viel Verantwortung auf dem Duo Price und Bode. Koblenz hatte neben dem erneut überragenden Brian Butler, der am Ende auf starke 28 Punkte und zehn Rebounds kam, mehrere Optionen. Der Vorsprung wurde bis zum Ende immer weiter ausgebaut, und Youngster Jacob Fölbach setzte per Distanzwurf den Schlusspunkt zum 90:71 unter eine gute zweite Halbzeit.
„Glückwunsch an die Koblenzer, die eine starke Mannschaft zusammen haben. Am Ende hat es uns etwas an Kraft und Energie gefehlt, aber meine Mannschaft hat Charakter gezeigt. Wir haken diese Saison keinesfalls ab und haben uns noch Ziele gesetzt“, erklärte Helmanis. Baskets-Neuzugang Canty war zufrieden: „Jeder Sieg schafft Selbstvertrauen. Auf uns warten jetzt wirklich intensive Wochen und richtig viel Arbeit. Aber wir freuen uns darauf und wollen als Team schnell Fortschritte machen. Dabei will ich einfach helfen.“
Topscorer Butler zeigte sich nach zuvor acht Niederlagen in diesem Jahr auch wieder selbstbewusster: „Die Karten werden zu den Play-offs neu gemischt. Auch als Team mit einem weniger guten Lauf hat man wieder alle Chancen. Das war ein erster Schritt heute.“
 
Koblenz: Jean-Louis, Woodmore (8), Mayer (15), Minguillon, Schaake, Westerhaus (1), Butler (28), Fölbach (3), Lübken, Wellian (16), Borekambi (8), Canty (11).
 
Quelle: Rhein-Zeitung vom 01.03.2021